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Dienstag, 26.01.2010


Der Auftakt zum Auftakt war wenig erfreulich: Nachdem bei den Buenos Dias de Cartagena sich alle am Montag schon so richtig warmgefahren hatten, lag die Strecke am Dienstag im Auge des Hurrikans: Der Wind peitschte den Regen und alles, was nicht niet- und nagelfest war, vor sich her. An schnelle Runden, oder Runden überhaupt, war da nicht zu denken. Erst am Nachmittag konnte die Strecke freigegeben werden - zumindest mal zum Einfahren für alle, die mit jungfräulichem Tachostand angereist waren, und da kam schon wenigstens etwas Freude auf. Die bereitete auch ein Rundgang durch das Fahrerlager - was sich einfach gestaltete, da die meisten Gruppen und Grüppchen sich schon in eine Box zurückgezogen hatten. Dort standen belgische und rheinische Ducatisti beieinander, unweit sortierte sich Ducati München in Mannschaftstärke mit der ganzen Bandbreite von der Hypermotard bis zur 1098, KTM-Geländebolzen dazu im Handgepäck. Aus Österreich war die schnelle, rennstreckengestande Dohr-Truppe angereist, angehende R6 Cupper gesellten sich zu erwartungsfrohen Duke Battlern. Schubert Motors hatte zwei S 1000 RR zum ersten Abstimmungs-Rollout verfrachtet und logierte neben den lockeren Zündern von Honda Schade, und das Superstock-EM-Team von BMW Italia gab sich mit Michael Galinski und seinen beiden IDM-Cracks Jörg Teuchert und Sascha Hommel die Boxenklinke in die Hand. Zahlreiche weitere Zünder aus deutschen Foren, französischen Landen und dem hohen dänischen Norden machten die Runde voll - nicht nur im Paddock, sondern auch beim abendlichen Tapas-Gelage, bei dem der 6-Gänge-Spanier bis auf den letzten Platz besetzt war. Die allgemeine Stärkung dauerte bis zur Sperrstunde, und allem Unwetter zum Trotz kam da schon zusehends Spanien- und Urlaubs-Feeling auf.

Urlaub machten auch am Mittwoch noch zahlreiche Zünder, denn so richtig prickelnd war die Großwetterlage noch immer nicht. Zwar hatte der Wind nachgelassen, aber die Strecke glänzte überwiegend mit nassem Belag. Da galt es, das Beste draus zu machen, und die Stimmung blieb konstant - auch dank der eindeutig positiven Wettervorhersage. Auch wenn es am Mittwoch noch schwer war, sich einen blauen Himmel vorzustellen, so kam genau der am Donnerstag mit Macht. Costa Calida-Wetter, wie es im Buche steht, und sofort kamen Streckenverwaltung und Veranstalter überein, die Mittagspause zur Fahrzeit zu erklären. Normal hätte das für Konditionsnotstand im Fahrerlager sorgen müssen, aber bei so ausgeruhten Astralkörpern hielt alle sich blendend: Auf der Strecke brummte es bis zur schwarz-weiß-klarierten Flagge, Stürze waren ebensosehr Mangelware wie ernsthafte Defekte, und wenn denn mal jemand der Hilfe des Medical Centers bedurft hätte, hätte er am besten ein Skatspiel mitnehmen sollen: Den Medicos war es elendig langweilig - und blieb es mangels Besuch auch bis zum Schluss.

Am Freitag schwemmte die Wettereuphorie die Starterlisten zu den Rennen mit einem kräftigen Schwung voll - insbesondere für die Blue Toro Endurance. Aus 5 Teams wurden so im Handumdrehen über zwanzig, selbst all diejenigen, die vorher noch etwas nervös ob ihres ersten Renneinsatzes waren, fanden sich im Handumdrehen in der Hatz über 155 Minuten unter schönstem Frühlingshimmel auf einer der charmatesten Strecken Spaniens wieder und erledigten ihren Job mit Spaß und Bravour. 
Klar gab´s dabei auch Überraschungen. Souverän holten Thomas Wingendorf und Thomas Smidt auf BMW 1200 S den Sieg in der Toro 1, was zwar hübsche Pokale brachte, Thomas Smidt aber das Recht kostete, in Foren unter dem Decknamen "Wanderschikane" Komplimente fischen zu gehen. In der Toro 2 machte die R6 Class of 2010 die Top 3 unter sich aus, wobei Luca Hansen (R6) und Frank Behrje (RSV Mille) Marc Buchner (R6) und Christoph Muzsnai (KTM Superduke) über die fast drei Stunden Distanz nur vier Sekunden abnahmen. Bei den Gigabikes der Toro 3 schlug die österreichische Dohr-Fraktion mit Dohr/Pistotnik und Schrittwieser/Vallant unerbittlich zu, das dritte Dohr Team musste sich jedoch Ralf Lammers auf alter (Katana) und Rob van Eijs auf neuer Suzuki (GSX-R 1000) geschlagen geben.

Auch wenn einige Herrschaften den Doppelstart nicht scheuten, so blieben die Sprintrennen zugunsten der Endurance schön übersichtlich - zumindest was die Feldstärke anging. Sonst aber auch nicht, denn insbesondere in den Spitzengruppen gab´s ordentlich Zunder. So fuhr Jeroen Versteeg auf seiner Aprilia RSV-4 nur um einen Augenzwinkern den SBK-Sieg vor Thomas Hansen (DK) auf GSX-R 1000 ein und holte Norman Plambeck - hinter Luca Hansen - Platz zwei bei den Supersportlern mit nicht viel mehr Abstand. Peter Weierstahl ließ die beiden BMW von Jochen Schaudt und Thomas Wingendorf da schon klarer hinter sich - aber längst nicht so klar wie der sonst so gemächliche Frank Behrje im Rennen der Thundersport 1 klar Schiff machte: ´Mit der Pro Thunder-Mille holte er mal eben 27 Sekunden gegen den zweiten Christoph Muzsnai.

Nur einer ließ sich durch all das gar nicht aus der Ruhe bringen. Harry SP-12, dem es gelang, seinen Seelenfrieden zu finden, ohne nur ein einziges Mal in die Kombi geschlüpft zu sein oder die Reifen der J-R6 vorgewärmt zu haben. Stattdessen war er mit mentalem wie technischem Rat schnell bei der Hand, damit der Zündernachwuchs beim Fahren ebenso glücklich sein konnte wie er selbst ohne das Fahren. Weil´s ja auch im Paddock rundum passte unter den Freunden. Wenn auch erst so richtig in der zweiten Hälfte der Buenos Dias.

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Ergebnis
Supersport/Thundersport 2
Blue Toro Endurance
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