Bericht Endurance BIKEtoberfest Oschersleben  1./2. Oktober 2016


Ein vierter Sieg in 4 Rennen wäre beim Finallauf in Oschersleben für das JBS-Team das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der Classic Endurance Championship 2016 gewesen. Doch es fehlte eine Minute dazu – um die war das Team Fohne/Paulsen auf ihrer Yamaha R6 des ersten Baujahrs nach 3 Stunden Oschersleben schneller.
Doch auch der 2. Platz im Gesamtklassement und in der Klasse TTF2 reichte für das Ducati-Team mit Jörg Beisel und Erik Madsen für den Gesamtsieg in der erstmals ausgetragen nationalen Klassik-Langstecken-Meisterschaft aus – bei den drei Läufen zuvor in Oschersleben, Chambley/F und Most/CZ hatten sie zuvor bereits den Sieg davongetragen und die nötige Punkte für den Gesamtsieg gesammelt.

Start zum letzten Lauf der Classic Endurance Championship 2016 unter aufgeklartem Oscherlebener HImmel: Tröster/Herold (Kawasaki ZCR 750) starten von der Pole Position.

Lief wie das sprichwörtliche Uhrwerk: Die Ducati 900 SS des JBS-Teams - hier beim Boxenstopp

Erstmals war das BIKEtoberfest by Art Motor Ende September in Oschersleben Austragungsort für das Classic Endurance. Und wenn auch zuvor die Sprintrennen ziemlich verregnet waren, so klarte der Himmel am Sonntagnachmittag für den Wettbewerb der 28 Klassik-Teams am Start auf und schuf so die besten Voraussetzungen für einen reibungsfreien Ablauf, indem nicht einmal die gelbe Flagge gezeigt werden musste

Nur einen technischen Defekt gab es über die 3 Stunden-Distanz zu vermelden: Er traf das Silent Hektik Moto Guzzi Team von Sascha Pfautsch und Frank Leicht., die mit zerbröseltem Endantrieb mehrere Runden verloren, doch danach fulminant aufholen konnten und mit Platz 3 in ihrer Klasse den Sieg bei den 18-Zöllern und Platz 2 im Gesamtklassement sichern konnten.

Der Einsatz lohnte sich, denn den 3. Gesamtrang hatte auch das gemischte Ducati-Moto-Guzzi Team Dalmühle Motorradteile mit Sven Kessler und Steffen Werner im Visier. Doch zur Rennhälfte schlug der Elektrikteufel zu, und die Guzzi stotterte eher schlecht als recht um den Kurs. Das kostetete viel Zeit, eine bessere Platzierung als Rang 6 in der TT F2 – und den fest angepeilten 3. Gesamtrang.

Den Klassensieg in der TT F2 holte hingegen das ACR Team mit Niels Paulsen und Bernd Fohne, die damit zugleich bestes Vierzylinderteam der ersten SuperclassiX-Endurance-Saison wurden. Die Kombination aus Honda CBR 600 und Yamaha R6 erwies sich als goldrichtige Entscheidung, denn die 600er flogen auch schneller um den Kurs als die GSX-R 750 des MIG-Teams von Andreas Trottennberg/Frank Maurer und die Kawasaki GPZ 1100 U des Teams H.L.-Racing von Joachim Leye und Hansi Münnich, die in dieser Reihenfolge beim Finale ganz nach oben aufs Siegertreppchen der TT Open klettern durften.


Boxenstopp der Honda RC 30 des Honda Voss Teams mit Jörg Herold/Ansgar Tönnissen, Dritte der TT F1.


Ja, es gibt sie noch, die 18 Zoll-Langstreckenbikes - hier die GSX-R 1100 von Silivio Bopp/Jens Ebert

Mit mehr als 50 Teams am Start in 4 Läufen darf die erste Saison der Classic Endurace Championship klar als gelungen bezeichnet werden. Für 2017 sollen die Klassen gestrafft und die Trennung zwischen One-bike- und Two-bike-Teams deutlicher vollzogen werden. Als Austragungsorte stehen erneut Oschersleben als Eröffnungs- und Finallauf sowie die beiden Läufe in Frankreich und der tschechischen Republik auf dem Plan.

Eines aber wird sich nicht ändern: Der Geist des Privatfahrer-Rennsports steht auch für 2017 ganz obenan, während die offizielle F.I.M. Classic Endurance sich schon den Spott gefallen lassen muss, dass heute nur noch drei Teams in einem Fahrerlager voller Teamtrucks im Zelt übernachten, während zu den Ursprungszeiten der Meisterschaft in den Achtzigern nur drei Teams im Truck anrückten und alle anderen Teams im Zelt campierten.

 

Vierzylinder gegen Zweizylinder, 17 Zoll-Räder verbinden: Team Handicap (YZF 750) vor IAL-Racing (Ducati 900 SS) auf der Strecke von Chambley/F.

Ausgelassene Stimmung nach dem vierten Lauf beim BIKEtoberfest in Oschersleben. Hier Maurer/Trottenberg ganz oben auf dem Podest der TT Open.