Bericht 4 h Classic Endurance Oschersleben  28./29.. April 2011


Wozu andere 24 Stunden brauchen, das schafften die Akteure des XI. Classic Endurance by Art Motor in nicht einmal 4 Stunden: Einen turbulenten Rennverlauf mit drei Safety Car-Phasen, jede Menge erfolgreicher und erfolgloser Schrauberei (schon vor der Anreise und im Training, aber erst richtig im Rennen) und einen Abbruch zwölf Minuten vor Schluss. Am Ende hatten die Teams die Nase vorn, die auch auf dem internationalen Endurance-Parkett mitmischen: Das ACR Team 3 mit Ralf Wobker und dem einen Tag vor Anreise für Bernd Fohne eingesprungenen Rolf Wienberg auf Rau-Kawasaki Z 1000 siegte mit einer Runde Vorsprung vor dem German Classic Endurance Team mit Christian Ganther und Manfred Kaiser auf Bakker-Honda und gewann damit auch die Division der Big ClassiX vor dem Motowippe-Team mit Andreas Insam und Thorsten Schulze, die damit nicht nur die beste Königswelle ins Ziel brachten, sondern auch als bestes "nationales" 18 Zoll-Team" dicken Applaus verdienten.



Die Führung spielte sich fast über die gesamte Renndistanz zwischen dem Rau-Kawa- und dem Bakker-Honda-Team ab. Vom Start weg übernahm die Kawa die Führung, büsste aber bei der ersten Safety-Car-Phase gleich eine Runde ein und ließ dem Bakker-Team die Führung, das dieses nur zwischendurch abgab – einmal an die ACR-Kawa und einmal an das Dalmühle-Guzzi-Team von Steffen Werner und Sven Kessler. Doch nach zwei Renndritteln schwächelte die Bremse der Bakker, Ganther/Kaiser fuhren mit Bedacht Platz zwei ins Ziel, ohne noch einmal anzugreifen. Vom Speed ganz vorne mitmischen können hätte in der Big ClassiX auch das Team Classic Laverda. Auf den letzten Drücker war wenigstens einer der beiden Team-Triples fertiggeworden, und der hatte auch Speed genug für Startplatz 3 – doch erst Ketten- und dann Batteriestress kosteten jede Menge Zeit, so dass nur Platz 8 in der Klasse – hinter dem Italo-Team des Molinari Moto Club (Platz 4), den beiden klassischen Ducati des bevel-belt-racing-Teams (Platz 5), den Kuhtreibern der Molinaris (Platz 6) und dem

Team Espresso auf Moto Guzzi (Platz 7) heraussprang.

Immerhin: Angekommen – und das konnte längst nicht jeder von sich sagen. Die österreichiche Guzzi-Abordnung des „Team Clinicum Hor-precht“ hatte schon im letzten Jahr schwere Nöte mit dem Endantrieb gehabt, aber immerhin das Ziel gesehen. Diesmal steckten Manfred Schopper und Horst Scheuer schon nach wenigen Runden antriebslos auf: „Einfach zuviel Kraft“ kommentierte Teamchef Harald Reitprecht mitfühlend das Kardan-Schlamassel an der Egli-Guzzi. Und nicht mehr als Schulterzucken blieb auch Frankie Niedermayer und Matthias Reimers: Ihre Martin-GSX war eines von sechs Bikes, die auf Kawa-Öl noch vor halber Renndistanz ins Aus segelten. Noch ärger traf es das schnellste TR1-Team von Hartmut Fiedler und Ralf Olbrich.



Sie hatten die Big ClassiX Open sicher im Griff, doch Hartmut stürzte nach 91 Runden, das Team rutschte so weit nach hinten. Die Divisionsführung ging so über an die Capelli Belli von Struck/Sieg, die als one-bike-Team auf der eilends angekarrten Martmannschen HSM-Guzzi starteten, nachdem beide ursprünglichen Bikes verschieden waren. Doch noch kurz vor Schluss zogen die Silversurfer vorbei und gewannen so die Big ClassiX Open. Ganz, wie es sich für Fahrer mit silbernem Haupthaar (daher der Name „Silversurfer“) geziemt, hielten Horst Scherer und Heiko Bartels sich aus allem raus, spulten konflikt- und defektfrei 105 Runden ab – was ihnen eine Runde Vorsprung vor den noch zweitplatzierten Struck/Sieg und dem drittbesten Divisionsteam, der Scuderia A.B.C.R. mit Patrick Gleim und Arend Hegeler – beide auf Moto Guzzi- einbrachte. Die beiden Teams wiederum hatten eine Runde Vorsprung vor dem Only Four Racing Team mit HP Mevs auf der

Pantah und Peter Sonnenburg auf der Bol d´Or. Und weiter ging´s im eine-Runde-Abstand-Takt mit  Andreas Heller/Christian Flechtner (Platz 5) und Uwe Mengel/Rebecca Kleefoot (Platz 6). Mit 97 Runden klassierte sich das ACR-One-Bike-Team mit Berthold Oberkönig und Andreas Baumgarten, (das, weil Öli seine Guzzi doch noch flottkriegte, in Wahrheit mit zwei Bikes fuhr) auf Rang 7.

Favoritensterben auch bei den 750ern: Reinhard Korfmacher legte die 750 SS wegen plötzlichen Chatterings nach 10 Runden hin, so dass Jörg Dreisörner erst gar nicht zum Fahren kam. So ging der ClassiX-Sieg an das kampf- und ebenfalls chatteringserprobte Pantah-Racing-Team von Jens-Uwe-Finck und Erik Madsen. Doch die Show stahlen ihnen Thomas Johanns und Fritz Finke von Ducati Melle. Mit ihrer frisch aufgebauten, aber schon in Aragon



erprobten Pantah 750 schatten sie 107 Runden und einen hoch beachtlichen 9. Platz im Gesamtklassement und den ClassiX-Open-Sieg – zwei Runden vor dem niederländischen Team Paulus von Ted Haanapel und Ynke Piersma auf der Moto Guzzi V50, die wie die Pantah-Kollegen reichlich Big Bikes hinter sich liessen: Platz 13 im Gesamtklassement).

Wie sich das gehört, konnten die jüngeren Youngtimer (bis 1992, 17 Zoll) sich aufs Fahren konzentrieren. Da gab´s kein Spotzen und kein Antriebsschwächeln – nur schnelle Runden. Die meisten davon (111) holten sich die „Eumels“ - Steffen Niedermayer auf der Monster und Alexander Bürck auf der Moto Guzzi 1100 S – und das reichte für den Divisionssieg und Gesamtrang 3 – aber auch nur deshalb, weil  Steffen Werner und Sven Kessler, die noch schneller unterwegs waren, zwischendurch auf Öl ausglitten. So blieb für die Dalmühle-Guzzista nur Divisionsplatz 4 - immerhin haarscharf, denn mit den Teams auf Platz 2 und 3 - Lutz Juhrig/Robert Bomhauer und

Enno Berk/Peter Grüther – hielten sie sich in derselben Runde. Platz 5 sicherte sich „JJ Endurance“ mit Jürgen Lösch und Jörg Gellern vor dem einzigen österreichischen Team im Ziel: Franz-Peter Czuzuzka und Robert Gut auf ihrer infernalisch tönenden SoS-Rotax.

Wie gesagt: Viel mehr Drama hätte in vier Stunden kaum reingepasst. Und so war auch kaum einer richtig sauer, dass zwölf Minuten an der kompletten Distanz fehlten. Das war´s: Endurance pur- und das bei perfektem Osterwetter mit tollen Sportsleuten, Wahnsinns-Maschinerie und knallharter Action. Aber: Genug ist genug – sonst hätte man ja gleich 24 Stunden fahren können.





ERGEBNISSE:

Quali 4h Classic Endurance

Ergebnis nach Klassen

Gesamtklassement

Laptimes Classic Endurance
 

Fotos vonden Easter Perfections und Classic Endurance gibt es hier:

www.teamfotograf.de