Bericht BIKEtoberfest  27.- 30. September 2012



Lauter Strahlemänner: TTF1-Sieger Fritz Spenner und TT Open-Dominatoren Robert Glück und Jeroen Versteeg mit seiner herrlichen GSX-R 1100.
Sieger aller Klassen und Herzen

War das ein Saisonfinale! Besser und schöner hätte es wohl kaum sein können beim BIKEtoberfest. Zwar glühte die Altweibersonne nicht ganz so extrem wie bei der letzten Auflage dafür aber behielten die an die 300 Fahrer bis zum Schluss nahezu ausnahmslos ein kühles Köpfchen, so dass als ärgste Blessur ein gebrochenes Schlüsselbein zu verzeichnen war.  Dennoch war das Racing vom Feinsten, auch in den Klassen, in denen der Masters-Titel bereits seine Adressaten gefunden hatte. – gleich, ob 2012er Champions ihren Titel mit einem Sieg krönen konnten,  Saisonstarter erstmals zu ihrem Recht kamen oder ob Neuzugänge einen furiosen Einstand feiern konnten.

Während in den SportbikeMasters-Klassen die meisten Entscheidungen schon seit den letzten Läufen in Most geritzt waren, stand bei den

Sportbike ClassiX noch so mache Zitterpartie an. Am dramatischsten war wohl die in der vintageBEARS, wo Sascha Pfautsch um einen Punkt vor Jan Wellßow-Gollan führte. Zwar machten in beiden Läufen Frank Schreiner, Hans-Peter Mews und Cord Warneke die Treppchenplätze unter sich aus , doch mit zwei 4. Plätzen heimste Pfautsch jeweils mehr Punkte ein als sein Widersacher und verteidigte so seinen Titel erfolgreich. Guzzi-Triumph auch auf der ganzen Linie bei den ClassicBEARS: In Topform gaste Eckhard Struck mit seinem Mandello-Twin zu seinen beiden ersten Saisonsiegen, doch in beiden Läufen blieb Markenkollege Andreas Baumgarten vor seinem Verfolger, Ducatista Werner Kaiser, und krönte seine mehr als 10jährige classicBEARS-Karriere mit dem Masters-Titel.

Bei den Supertwins brachten einige Neuzugänge , so  Agoston Rosival auf der Kämna Demon, Holger Aue auf Moto Guzzi  und Christoph Dachselt  auf seiner guten alten Daxmax-Ducati, kräftig Leben in die Bude, und auch Festival-Überraschungssieger Andreas Newiger hatte mit der Lohrigschen NCR Millona einen neuen Untersatz ausgefasst. Rosival wie auch Newiger hefteten jeweils

Tolle Fights und Felder: Hier Kay Paschmionka vor Shosh Lang in der Pro Thunder

Augenweide im Fahrerlager: Die Bikes des Clubman Contest by LSL

einen Sieg an ihre Fahnen, doch Favorit Jörn Widderich punktete jeweils solide und fuhr den Titel ebenso heim wie Kim Bucher den Vizetitel und Hans Paßberger Rang 3 der Meisterschaft. In der mit den Supertwins startenden ProBEARS konnte Dirk Mothes ruhigen Gewissens Triple-Treiber Leonhard Neels und in Lauf 1 auch dessen Markenkollegen Rolf Kaben den Vortritt lassen – den Titel hat er schon seit Most in der Tasche.

Gleich doppelten Exotenstatus genoss Luca Hansen i n der ProThunder: Zum einen fährt der Bremerhavener, der vor Jahren sein Renndebut beim BIKEtoberfest gab, heute in Michael Galinskis IDM-SBK-Team, zum anderen rollte er eine blitzblanke MV Agusta F3 an den Start. Deren Fliegengewichtsvorteil münzte Hansen in zwei Siege um, doch weil Hansen ohnehin ausserhalb der Punkte fuhr und Tabellenleader Malte Siedenburg immer dichter dranblieb als Norman Plambeck und Frankie Behrje, zementierte er so seinen ProThunder-Titel.  Wer Zweifel hatte an der Serienmäßigkeit der MV, sah sich in der Ssp Open eines Besseren belehrt , in der Hansen klar den Kürzeren zog gegen die R6-Strategen, vorneweg die beiden Laufsieger

Marc Bornhäusser und Jan Femmer  sowie den bereits seit Most feststehenden  Ssp-Open Master Torben Bergmann. In der Ssp B triumphierte das Team Kiesi in Abwesenheit des Meisters Jason Van auf fast ganzer Linie mit zwei Laufsiegen für Stefan Franke und einem zweiten Platz für Knut Jänicke.

Bei den SuperclassiX hatte insbesondere der Titelfight in der TTF1 noch richtig Pfeffer. Mikal Henriksen lag zwar um zwei Punkte vor Heinz Cordes, hatte aber nur noch den schwächeren Motor für seine RC 30 übrig.  Doch der reichte für einen zweiten Platz am Samstag hinter Fritz Spenner auf der YZF 750 und einen Sieg vor Wolfgang Harbusch am Sonntag und damit dafür, den TTF1-Titel heim nach Dänemark zu nehmen. In der TT Open stand ebenfalls noch alles auf Messers Schneide: Robert Glück (CBR 900 RR) hatte sich mit vier Siegen auf Schlagdistanz an Andreas Warnke (ZXR 880) herangebaggert und gewann zwei weitere Male, jeweils vor Jeroen Versteeg auf GSX-R 1100. Doch dank der neuen Regelung, dass beim Finale Erststarter keine Punkte holen, rettete Warnke zuerst trotz Motorschadens und dann mit seinem T-Bike die


Superbikes bis zum Horizont in der Startaufstellung zum Samstag-Rennen

Wheelie-Konni gibt das Zeichen, und Oliver Jaensch (Guzzi) und Otto Hohnholt (BNW) sprinten los.

Meisterschaft noch über die Ziellinie. In der TTF2 holte Hans-Werner Bischoff auf der Wellbrock-CBR 600 den achten Sieg in Folge und verteidigte damit ebenso sicher den Titel wie Kawa Z1100-Treter Andreas Heller in der Classic Superbike, auch wenn der Detlef August (GSX-R 750) und in Lauf 2 dazu auch noch Ralf Wobker auf seiner Endurance-Kawa den Vortritt lassen musste.

Bei den modernen Superbikes konnten Bereits-Master Bernhard Neitzel (SBK Open) und Beinahe-Master Peter Rehder (SBK B) den Fight im vollen Feld unbeschwert genießen und den Gaststartern unbesorgt den Vortritt lassen. Mit einem zweiten Platz hinter Stefan Solterbeck konnte Rehder bereits am Samstag den Sack zumachen, doch im Finallauf setzte sich mit Ebenfalls-Ducatista Norman Plambeck erneut ein Twin vor die Nase der Vierzylinder. Bernhard Neitzel hingegen sah von einem 9 und 5. Platz zu, wie Steve Jacobs in beiden Läufen eindrucksvoll Uwe Pollheide, Thorsten Hohnemann und Jamal Bounoua auf die tiefer liegenden Podestplätze verwies.

Eine Show für sich lieferten die Protagonisten der Pegasus Buell Experience Races. Da wurde gedonnert, was das Zeug hielt, und die XB-Modell zeigten sich ganz schön speedfest gegenüber den 1125ern. So schaffte Ronny Schulz mit seiner 12 R am Samstag vor sechs weiteren XBs und Jürg Bossart als bestem 1125er den Sieg, am Sonntag hingegen spielte Bossart seinen High-Tech-Vorteil aus und gewann vor XB12R-Reiter Norbert Thiem.

Ein Heat mit sieben Durchgängen reichte heuer aus, um den Sieger des Cafe Racer Sprints zu ermitteln – nur vier Cafe Racer hatten sich angemeldet. Im Finale dann hatte Willi Ficken auf seiner Krauser-BMW die Nase vor Oliver Jaensch auf seiner Moto Guzzi vorn, Jürgen Hillenbrand und Otto Hohnolt mussten mit den Plätzen 3 und 4 vorlieb nehmen, revanchierten sich jedoch beim Clubman Contest by LSL mit Sieg und Platz 2 in der ClassiX-Wertung, während Andreas Runewitz mit seiner Honda 1100 F den Siegerpokal in der Youngtimer-Division einheimste.

Sieger der Herzen waren aber einmal mehr die Pirker Blechmusikanten, die von Jahr zu Jahr fetziger aufspielen und am Samstagabend den Feierwilligen im BIKEtoberzelt


Heavy Metal auf Bayrisch: Die Pirker Blechmusi gewinnt Jahr für Jahr neue Freunde beim BIKEtoberfest

einheizten. Wer nicht dabei war, verpasste zwar die Musi´, aber nicht unbedingt die BIKEtoberfest-typisch euphorisch-entspannte Stimmung, die sich bis in den letzten Winkel des Fahrerlagers breitmachte. Wahrlich, nach so einem Finale braucht die Winterpause gar nicht so lang zu sein!


ERGEBNISSE:      
Pro Thunder pdf Lauf 1 Lauf 2

ProBEARS / Supertwins

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Lauf 1

Lauf 2

Superbike B/Open pdf Lauf 1 Lauf 2
Supersport B / Open pdf Lauf 1 Lauf 2
ClassicBEARS / VintageBEARS pdf Lauf 1 Lauf 2
TT SuperclassiX / Classic Superbikes pdf Lauf 1 Lauf 2
Pegasus Buell Race pdf Lauf 1 Lauf 2
       

Fotos vom Event gibt es hier:

www.teamfotograf.de
www.photo-bk.com

     

Endpunktestände der Klassen:
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Pro Thunder

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