Sportbike Masters - Bericht German TT  9. - 12. Mai 2013

 


Die Pro Thunder eröffnete den TT-Sprintreigen, und Siedenburg verwandelte die Pole in zwei weitere Siege

Ach, gleich schon Halbzeit…?

Und eh man sich versieht, ist man schon mitten in der Saison: Nur einen knappen Monat nach dem Einläuten der Sportbike-Masters-Saison 2013 trafen sich die Racer der Sportbike Masters-Klassen zum ersten, aber nicht letzten Mal in dieser Saison in Oschersleben. Schon ein paar Leute mehr als in der Lausitz waren aus dem Winterschlaf erwacht und hatten ihre Bikes startklar aus der Werkstatt gerollt, dennoch gab´s noch so einige Lücken in den Feldern, weil der eine oder andere erst beim Festival ITALIA dabei sein wird.

Malte geht auf Nummer sicher
Nicht so Malte Siedenburg: Der Bremer Ducatista und Titelverteidiger weiss schon lange, dass er just zum Festival wohl auf Dienstreise muss – und lässt sicherheitshalber mal keine Gelegenheit aus, Siegespunkte zu scheffeln: bei der German TT holte er erneut zwei Siege – nur Frankie Behrje konnte ihm ansatzweise auf die Pelle rücken und holte in beiden Läufen Platz 2 vor 848-Reiter Ulli Geier. Während

die Top 3 noch ein ziemlich geschlossenes Bild ergaben, ging´s dahinter abwechslungsreich zu: Um Platz 4 und 5 balgten sich Frankie Schumacher auf der kleinen Daytona und Ulli Metzner auf 848. Die beiden beharkten sich auf Augenhöhe, so dass für jeden jeweils ein 4.und 5. ein faires Ergebnis sind. In Lauf 1 mischten auch noch Armin Schmidt auf der ducati1.de-916 und Michael Polenz auf der streetie kräftig mit und holten die Plätze 6 und 7 vor Kay Liedtke und Norman Plambeck auf einer suboptimal laufenden998 S. Doch im zweiten Lauf wendete sich das Blatt: Kim Bucher konnte, Andre Kernbach im Schlepptau, bis auf Platz 7 vorstoßen und ging wie André an Kay Liedtke vorbei, der diesmal jedoch Schmidti das Nachsehen gab. Die vier lagen im Ziel innerhalb weniger als einer Sekunde und hatten einen entsprechenden Herzschlag in der Auslaufrunde.
Gar nicht gut verlief das Wochenende für so einige: Albert Kipp musste nach dem Lausitz-Crash vorzeitig mit Getriebeschaden abreisen, Norman Plambecks Duc gab in Lauf 2 den Geist dann ebenso vollständig auf wie die Batterie an Thomas Wanners Buell.

Albert Kipp blieb erst mal vor Ralf Wente (999) und Thomas Wanner (Buell), doch dann streikte das Getriebe erneut

Doppelsiegerehrung der Pro Thunder nach 2 Läufen an einem Tag

Pech für Peter, luck für Luca
Auch ein anderer Twin bereitete seinem Treiber wenig Freude an diesem Wochenende. Peter Rehders 1098 S (und natürlich Peter selbst) leidet schon seit Saisonbeginn an zickigem Getriebe – dazu kam noch ein Sturz im Training: Mit dem einzig verbliebenen Gang  holte Peter in Lauf 1 wenigstens noch ein paar Ehrenpünktchen für die Superbike B-Meisterschaft, in Lauf 2 machte ein Start schon keinen Sinn mehr. Das machten den Weg frei für das Team America: Rich de Rousse und Daniel Wilson gaben es sich hautnah um den Sieg – Rich im ersten, Daniel im zweiten Lauf , jeweils mit dem Landsmann im Sekunden-Schlepptau. Sven Aßmus blieb – insbesondere im Lauf 1 – immer dicht dran und sicherte sich zwei dritte Plätze, Volker Lorenzen trieb seine RSV 4 jeweils auf Rang 4.
In der Superbike Open wehte der Wind noch ein wenig schärfer – hier ging es nicht um Zehntel-, sondern Tauendstel-Sekunden. Genau fünf waren es, die in Lauf 1 Luca Hansens Ducati 848-Nase von der von Normen Schäfers Kilo-Gixxer trennten, nachdem Luca mit mehr Schwung auf die Start/Ziel-Gerade eingebogen war. In Lauf 2 blieb

Norman nicht ganz so nah dran, Luca siegte vor Normen und – wie in Lauf 1 – Sefan Solterbeck. Klaus Schmickl mischte ebenfalls ganz vorn mit, kam in Lauf 1 aber nur bis zur Runde 7 und erst in Lauf 2 als Vierter ins Ziel. So ließ er auch Honda-Mann Andreas Jung hinter sich, der in Lauf 1 als Vierter vor Stefan Henke und Rüdiger Wentzel gepunktet hatte.

Der Tom macht´s
Der Trend geht zum Big Bike, oder? Die Starterzahl bei Supersport, Pro BEARS und Supertwins ließen es angeraten erscheinen, die Läufe der „kleinen Klassen“ zusammenzulegen. Das harmonierte ganz gut, nachdem die Supersportler erst mal gecheckt hatten, dass so ein oller Zweizyliner mindestens genauso flott ist. Einer war sogar zu flott:  Dirk Mothes´ Haus- und Hoftuner hatte über den Winter etwas zu optimisstisch getunt – aber nach zwei Durchgängen auf dem Prüfstand mit anschließender Leistungskorrektur nach unten passte auch die hubraumverstärkte 748 in ihr kg/PS-Fenster des ProBEARS-Reglements. Das änderte jedoch nichts am Ergebnis: In

Normen Schäfer (GSX-R) und Luca Hansen (848) lieferten sich harte Duelle um die SBK-Open-Siege

Daniel Wilson fuhr einen Sieg und einen 2. Platz in der SBK B home – hier jagen ihn Stefan Henke und Sven Aßmus

beiden Läufen holte Mothes Platz zwei – ohne an Thomas Hemmerling, ebenfalls 749, dranbleiben zu können – in der Lausitz hatten sich die beiden noch die Siegerpokale geteilt. Mit Platz 3 brach als bester TRX-Treiber Patrick Leier in die Ducati-749-Phalanx ein und ließ die 749 von Peter Born und Bernd Zwanzig hinter sich. Der allerdings revanchierte sich in Lauf 2 und verwies Patrick Leier und Peter Born auf die Plätze hinter sich. Matthias Günther (Monster), Hilmar Kuhnt (TRX) und Torsten Erxleben (noch ne 749) belegten in beiden Läufen die Plätze 6 bis 8.

Sieg im ersten Rennen
Ausgesprochen überschaubar die Starterzahl bei den Supersportlern – und so kam´s, dass Renn-Neuling Marco Freyer gleich sein erstes Rennen gewann, nachdem Harald Evers gestürzt war und Frankie Schumacher nicht so recht in Tritt kam. Das sah in Lauf 2 etwas anders aus: Schumacher konnte den – diesmal sitzengebliebenen Harry Evers – um eine halbe Sekunde niederhalten, Marco Freyer blieb da nur Rang 3. Stefan Henke fehlte in der Open die Konkurrenz, ihm blieb neben dem Sieg in der Open aber

die schnellste Runde beider Rennen .. und die Zeit, Marco ein paar Tipps zu geben. Immerhin: 1:40 im ersten Rennen überhaupt klingt nach einem guten Anfang.

Klasse statt Masse
Bleibt man bei den Zeiten, so zeigten sich die Supertwins von ihrer besten Seite – eine Zeit unter 1:40 schaffte jeder locker aus dem Ärmel. Klasse also statt Masse, denn gemessen an den Supertwins-Starterfeldern der Vorjahre machten sich fünf Starter doch eher jämmerlich aus. Wird die Klasse etwa zu schnell? Interessant: Eine ganz freie 2V-Klasse war es doch, nach der viele riefen… Enge Action war aber immerhin angesagt: Im ersten Lauf rang Daytona mit Little Guzzilla Hans Paßbergers WEKA-Ducati ebenso nieder wie Ralph Schädel Christoph Dachselt, doch als Daytona im zweiten Lauf zur Straßen-Guzzi greifen musste, war der Weg zum Sieg für Hans Paßberger frei. Jörn Widderich hatte diesmal genug getankt und sicherte sich Rang zwei vor Dachselt und Daytona.

Volker Lorenzen (RSV4) hält Peter Rehder hinter sich – doch der hatte Getriebeprobleme

„Butze“ Jung hat hier die Führung auf der Strecke - doch Rich deRousse übernahm die Führung in der SBK B

 

 

Ssp, ProBEARS und Supertwins rannten gemeinsam und vertrugen sich ziemlich gut

Hans Paßberger (Supertwins) vor Marquez-style Evers (ssp B), Daytona (Supertwins) und Stefan Henke 8Ssp Open)

 

 

Auf Augenhöhe: Ralf Schädel (Supertwins) im Kurvenclinch mit Marco Freyer (Supersport B)

Ergebnisse SBM
Pro Thunder
Lauf 3 Lauf 4
ProBEARS/Supertwins/SSP
Lauf 3
Superbike B/Superbike Open
Lauf 3 Lauf 4
Punktestände SBM
ProThunder
ProBEARS
Superbike B
Superbike Open
Supertwins
Supersport B
Supersport Open