Bericht Alcarras/E   24.- 26. März 2011




Sonnenbank und Zünderfest Alcarras

Die spanische Sonne, die nur am ersten Tag die Art Motor-Zünder im Motorland beschienen hatte und danach sehnsüchtig vermisst wurde, fand sich schnell wieder – bereits auf dem Weg nach Alcarras. Motorradfahren auf der Straße in Deutschland mag ja wenig Sinn machen, aber die Straße von Aragon nach Alcarras lässt einen am Steuer eines Womos fluchen, dass man nicht auf dem Hobel sitzt. Kurven, Landschaft – und eben auch wieder die Sonne. Die drei Tage Alcarras waren dann auch echte Sonnenbrandtage, und ein absolutes Vollblut-Zünderfest.
 
Etwa die Hälfte der Aragon-Besetzung hatte schon von vornherein Aragon und Alcarras im Doppelpack gebucht und den Umzug geplant, aber noch so etliche - wie die Moto Mader-Mannschaft aus der Schweiz – entschieden sich noch am Mittwochabend zu verlängern, so dass es am Donnerstagmorgen neben der neuen Gruppeneinteilung ein ziemliches Hallo gab. Aber das galt nicht

nur den alten Seilschaften, sondern auch den Neuhinzugekommenen wie den kompletten Mannschaften vom CR Endurance-Team, die sich hier und direkt im Anschluss in Barcelona auf das dortige 24h-Rennen vorbereiten wollten, das Kölner Kabro-Team um Kalla Kallabis und Anita Herbst, den Müchner BMW-Treibern Ralf Schwickerath und Julius Ilmberger mit ihren jeweiligen Mitzündern, und Johannes Bracher mit seiner XB als Verstärkung für das Pegasusraceteam, um nur einige zu nennen.

Auch wenn Art Motor inzwischen sechs Trainings in Alcarras veranstaltet hat – viele kannten den Kurs noch nicht und waren entsprechend gespannt. Fahrerfazit: gut zu fahren, aber wegen teils unebenen Asphalts schon ein bisschen sehr anspruchsvoll in Sachen Fahrwerk. Dennoch ging´s von Anfang an ganz schön schnell um den Kurs, wobei auch insbesondere in den Bremszonen Übereifer im Spiel war, so dass es zu einigen Touchierungen kam – die nicht immer glimpflich ausgingen. Norbert Höbeler war eines der Opfer. Er ging gleich im zweiten Turn angeschubst zu Boden und trat ohne viel Verzug mit Rucksackverband  den Heimflug an. Ihm und den anderen Blessierten wünschen wir baldige Fitness!

Aber auch materialbedingt war ein gewisser Schwund zu verzeichnen. So litten insbesondere geschmiedete Ducatiräder und brachen einfach entzwei – nicht nur an der 999 von Jan Teichmann. Aber der war der einzige ohne zweiten Radsatz... Doch mit Lolos Unterstützung kam einen Tag später eine gebrauchte Serienfelge aus Barcelona per Kurier an und Jan konnte wieder zünden. Und das lohnte sich – nicht nur, weil er mit von Peter Clifford neu gemachtem Fahrwerk mehr als drei Sekunden gewann, sondern auch wegen der Blue Topro Endurance. Die Sekunden im



fetten Pack holte dank Peter Clifford, der Art Motor auf der ganzen März-Tour begleitete, auch Peter Rehder. Und beide sollten bei der Endurance eine tragende Rolle spielen.

Immer wieder schade, dass viele Trainingsfahrer mit wenig oder ohne Rennroutine sich nicht trauen, bei der Blue Toro Endurance mitzufahren, weil sie die Kluft zu viel schnelleren Wettbewerbern scheuen. Dabei ist doch die Blue Toro Endurance gerade für sie gemacht: Der Abstand zwischen schnellen und fürchterlich schnellen Fahrern relativiert sich, weil ja immer nur die Hälfte der Fahrer auf der Piste ist und es dadurch Platz für alle gibt.

So kam es, dass trotz gut gefüllten Fahrerlagers und allseits geäußertem Interesse nur zwölf Teams letztlich an den Start gingen. Bald waren´s nur noch elf – als erster schied Stefan Ruhe, der mit dem Finnen Tuomas Järvinen zusammengespannt hatte, nach derbem Abflug aus. Während Stefan sich erst einmal vom Schreck erholte, liess sich Tuomas nicht aus der Ruhe bringen – legte Tabak- und Kaffeepausen ein und fuhr das Rennen alleine zu Ende. Nicht so ruhig ging´s an der Spitze zu: Vier Teams lagen in einer Runde, und die Spitze hielten lange die Endurance Cracks Debus/Schöbel. Genau gesagt: bis zur letzten Runde: Kurz vor dem

Ziel flog Erich Schöbel ab und machte so Platz für das BMW-Team Heidrich/Schwickerath, die aber nur 0,0003 Sekunde später durchs Ziel flogen –also praktisch zeitgleich. Doch das war selbstgemachtes Leiden. Während alle aus dem Stand losspurteten, hatte sich Jan noch in der Warm-Up-Lap gewähnt und so gewiss mehr als 0,0003 Sekunden liegenlassen...

Noch drei weitere Teams finishten in derselben Runde, darunter auch das siegreiche Toro 2-Team der Pegasusraceteam-Teamkollegen Harald Kitsch und Hartmut Taborsky, während das Kabro-Team Bodo/Luy mit zwei Runden Rückstand die Toro 1 gewann.

Das nächste Wiedersehen mit Alcarras und Art Motor ist schon klargemacht: 24.-27. Oktober. Und da war die Sonne bisher immer so goldig wie im März.

Klassement Blue Toro Endurance in Alcarras, 26. März 2011