Keil Classic Superbike-Champ – Merkens Schnellster von allen
Na bitte, geht doch: Ganz ohne Malaisen in punkto Elektrik oder Reifen glänzte Stefan Merkens in gewohnt souveräner Manier beim letzten Lauf des Jahres bei den classic Superbikes. Mit 1:41er Zeiten auf seiner Kawasaki-1100 befeuerten Lenden-Bimota fuhr er in einer Klasse für sich – aber in die Titelentscheidung konnte er nach dem Oschersleben-Nuller nicht mehr eingreifen. Das konnte auch nicht Julius Ilmberger auf seiner BMW – der hatte zwei schon zwei Klassensiege heimgefahren, aber am BIKEtober-WE schon auf der intermot zu tun.

Das ließ die Enscheidung gehörig offen: Würde es Gunter Martens auf der finster
schwarzen 1100er Kawa machen? Oder Niels Paulsen auf der unspektakulär aussehenden, aber spektakulär schnellen Kawa Z1 R? Oder Andreas Keil auf der Yamaha FZ 750? Fakt war: es musste ein Klassensieger sein und die nachfolgenden Plätze würden auch eine Rolle spielen.

(Zu) hartes Brot hatte Niels Paulsen zu beissen: Bei den 18 Zöllern blieb ihm nur Platz 2 hinter Merkens, auch wenn er mitten unter den 17Zöllern mitmischte. Damit waren die beiden schon mal raus aus der Entscheidung, auch wenn sie ihre Klasse dominierten: denn Bruno Arzner auf Honda 1100 R holte zwar sicher Rang 3 vor Peter Thomas auf der Bol d´Or, konnte die Spitze jedoch nie angreifen. Die Egli-Abordnung konnte da nur zuschauen: Andreas Würth auf der Egli-Kawa wurde
Fünfter vor Stefan Beck auf Egli Honda. Rickman-man Botho Soltau sah das Ziel leider nicht.

Richtig Traffic gab´s in der US-Division der 17 Zöller. Aspirant Keil hatte eine ganze Reihe von FZ-Kollegen im Schlepptau, und die brachten Bewegung in die Bude –allerdings nicht vor, sondern hinter Keil. Nach einem dritten Platz beim Classic Wekend Ende Juli als Auftakt holte Keil hier den zweiten Sieg nach Schleiz, womit er 2,5 Punkte Vorsprung vor Gunther Martens und damit den Titel sicherte. Denn Gunter Martens stieß nicht weiter als bis zum dritten Rang vor, denn an Manuel Keller, wie Keil auf FZ 750, kam er trotz aller Versuche und besserer Rundenzeiten ebensowenig vorbei wie Andy Peck auf der teamdor-Honda CB 1100 f/R. Damit war der
Titel für ihn gelaufen, blieb ihm die Vize-Meisterschaft vor Paulsen als Gesamt-Drittem.

Die drei weiteren FZ 750 hingegen hatten mit der Entscheidung nichts zu tun: Stephan Steinebach, Holger Samowski und Michael Piesker blieben weit, weit hinter dem Stau um Platz 2 und holten die Plätze 5 bis 7. Das FZ-Trio fast auseinandergerissen hätte Markus Rielmann auf der VF 1000 R, der schneller als Piesker war, ddem aber im Ziel zwei Sekunden fehlten. Rang 9 holte Christian Ganther auf Bakker-Honda vor Ralf Imiella auf der Honda VF 750 F.

Die Open wurde einmal mehr Thomas Hofmanns sichere Beute auf der Bandit-befeuerten Suzuki GS 1000 S. Er racete
locker zwischen den FZs mit und fuhr seine Division locker nach Hause; Sven Thomsen, der die dritte Egli im Feld (diesmal mit Suzuki-Treibsatz) beisteuerte, kam ihm nicht nahe und holte Platz 2.