Bericht BIKEtoberfest 17.-20.9.2009 - Pro Thunder



Wo gibt´s das sonst noch? Eine Moto Morini an der Spitze eines hochkompetitiven Zwei- und Dreizylinderfeldes
Kitsch- und Buell-Besuch machten Pro Thunder noch spannender

Toni Heiler (Team DucDickel) kam mit der Ansage nach Oschersleben, zumindest noch ein Rennen zu gewinnen, wenn schon der Meistertitel praktisch futsch war. Im Juni hatte er in der Börde zwei Niederlagen gegen den Tabellenführer Philipp Messer (Team First Attack) hinnehmen müssen, allerdings waren sowohl er als auch seine Morini angeschlagen. Im Training unterstrich der Kölner mit klarer Bestzeit seine Ambitionen, ebenso wie mit einem perfekten Start an die Spitze. Mitmischen wollte aber auch das Pegasus Raceteam mit der Buell 1125 R. Als Fahrer war Manni Kehrmann vorgesehen, doch der verletzte sich bereits im freien Training und

verzichtete auf den Start. Den freien Platz im Buell-Höcker übernahm Harald Kitsch, der dafür auf seinen Start mit der KTM in der Superbike Open verzichtete – so hatte er immer noch zwei Eisen im Feuer, zumal er ja auch noch in der Sound of Thunder heißer Titelkandidat war. Kitsch gelang es, sich in den Windschatten Heilers zu hängen und den Moto Morini-Piloten wenigstens ein paar Runden unter Druck zu setzen, eher er den Anschluss verlor. Derweil war Favorit Philipp Messer schlecht weggekommen und mußte sich erst mühsam an den Kollegen Alexander Vogt (Team U-I-B-Racing), Jan Teichmann und dem Monster-Treiber Frank Spenner (Team U-I-B-Racing) vorbei arbeiten. Letztlich reichte Messer der dritte Platz, um den Titel sicherzustellen. Frankie Behrje holte auf seiner Bergel-Factory Platz 8,


Philipp Messer, Pro Thunder Champion 2009

Startvorbereitung: Hartwig Kruse, Volker Lorenzen André Limbach

dicht gefolgt von dem Trio Infernal aus Jörn Widderich (Motomania Racing Team), Ulli Geier und Georg Günther
Der zweite Lauf am Sonntag war an Dramatik kaum zu überbieten: Kitsch folgte Heiler wie ein Schatten, überholte Ende der fünfte Runde sogar, als das Rennen wegen des Unfalls von Iwer Gerdsen, der in Lauf 1 noch formidabler Sechster geworden war, abgebrochen werden musste. Gerdsen wurde per Heli in die Uniklink geflogen, wo sich seine Blessuren als überschaubar herausstellten. Heiler nahm aus „Rennen Teil 1“ 16 Hunderstel Vorsprung mit und wusste: Wer beim zweiten Heat vor dem anderen in Ziel kommt, gewinnt die Addition. Und so gaben die beiden Altmeister einfach alles. Kitsch versuchte es an allen erdenklichen Stellen, rauschte abermals mit Zentimeterabstand hinter Heiler

durch Ziel. „Es hat einfach riesig Spaß gemacht, mit Toni zu kämpfen“, erklärte der glückliche Buell-Pilot im Ziel. Im Zuge des Fights um die Spitze ging die erneute Aufholjagd von Meister Messer und sein erfolgreiches Duell mit Ralf Wobker auf der 749 R (Team Ducati Melle) um Rang drei fast unter. Auch in Lauf 2 gelang es Behrje, sich Georg Günther und Ulli Geier vom Leib zu halten, letzterer musste aber diesmal noch Frank Schumacher den Vortritt lassen. Raimund Schäfer, Norman Plambeck (in seinem erst zweiten Rennen), André Limbach und Hartwig Kruse konnten nach Addition der Zeiten jeweils auch noch Punkte mit nach Hause nehmen.
Die Milles von Rolf Kaben und Michael Lutz vor Reimund Schäfer auf Ducati 848

Die Top 8 der Pro Thunder beim letzten Rennen der Saison 2009