Bericht BIKEtoberfest   27.-30. 9. 2018




Die beispiellose Karriere des Hans Paßberger

Vierter Masters-Titel – Geier und Hofmann Zweite – Kauz überraschend stark

Mit so gut wie keiner Art Motor-Meisterschaft hat Hans Paßberger eine Rechnung offen: Mit einer Moto Morini 500 gewann er die vintageBEARS, einer Honda 125 den Zweitaktpokal, einer Ducati 1000 die SuperTwins, und heuer holte er auch die ProThunder, Mutter aller Art Motor-Klassen, mit seiner WEKA-Ducati 955. Die Entscheidung hätte schon in Most fallen können, doch da bescherte ihm eine gerissene Kette den einzigen Nuller der Saison – doch zum Ausgleich gab´s beim BIKEtoberfest mal wieder einen Doppelsieg. Der wurde dem Hans aber nicht geschenkt,

denn Uli Geier hat sich das Jahr über offensichtlich bestens erholt und setzte mit seiner Pani 959 dem Bayern in Lauf 1 ordentlich zu – mit eineinhalb Sekunden belegte er Rang 2, vor Frank Schumacher und Yves Kauz, der hier erstmals mit einer Ducati 848 ausrückte, die ihm offensichtlich so gut passt, dass er damit in Lauf 2 sogar an Frank Schumachers 899 vorbei aufs Treppchen fahren konnte.

Tommy Hofmannn genügte ein fünfter Platz in Lauf 1, um einen verdienten Vizetitel klarzumachen, doch um Rang 3 war noch alles offen zwischen Frank Schumacher, Werner Fehring und Lars Marholt. Der Däne reiste mit einem Pünktchen Vorsprung vor Frank Schumacher als Tabellendritter nach Oschersleben, kam aber das ganze Wochenende nicht so richtig in den Tritt. Am Ende sicherte sich Schumacher mit der Ausbeute eines dritten und vierten Platzes die meisten Punkte dieses Trios, und obwohl sich Werner Fehring als 5. und 6. sauber im Schumacher-Windschatten halten konnte, reichte das nicht mehr aus, um am Dänen vorbeizuziehen. Meisterschaftsrang 4 ging also nach Dänemark, Platz 5 an Werner Fehring.



Gut in Fahrt war auch Detlev Horst. Am Samstag gelang es ihm sogar, gegen Gaststarter Rolf Kaben mit Platz 7 das beste Mille-Ergebnis herauszufahren, am Sonntag überliess er den Platz kampflos Kaben, der aber auch so genug zu tun hatte, sich Sven Klinge vom Leibe zu halten, der schon am Samstag sein erstes Top Ten-Ergebnis in der Pro Thunder 2018 einfahren konnte. Klinge zog damit im zweiten Anlauf (nach Assen) vorbei an Stefan Fischer auf der 848, Fritz Krönig auf der einzigen Honda, und Superduker Mike Zirkel – von denen sich allerdings Stefan Fischer mit einem 6. Rang in der Meisterschaft mit Abstand am besten behaupten konnte.


 

Ergebnisse

  ProThunder
Lauf 1 race result
  laptimes
Lauf 2 race result
  laptimes
Punkte ProThunder


 


Bericht BIKEtoberfest   27.-30. 9. 2018




Fotofinish zum Finale

Gauster vorn – Sascha Roth unangefochten Champion – Starke Gaststarter

Die Saison begann Sascha Roth schon langweilig zu werden, da wurde es zum Finale noch einmal richtig spannend. Dass ihm der schnellste Mann der Dutch Ducati Challenge, Allan Östli auf seiner Pani 1299, ordentlich einheizte, daran hatte Ugly Bird Roth sich ja schon gewöhnt. Doch zum BIKEtoberfest sah er sich der widererstarkten Konkurrenz von Titelverteidiger und RSV4-Markenkollege Lukas Gauster gegenüber. Der hatte zuletzt beim Auftakt in Assen ganz oben auf dem Podest gestanden, und zuletzt in Most eine Runde auslassen müssen, doch - wieder mit Dad Knut im Rücken – sich bereits im Training deutlich zurückgemeldet und am Samstag sich als einziger im Rothschen Windschatten halten können.

Doch das Rennen am Sonntag wurde zur Sash & Lukas-Show: Die beiden zogen dem gesamten Feld um am mehr als 40 Sekunden davon, gaben sich unterwegs Saures und fuhren am Ende fast zeitgleich über die Ziellinie  - mit gefühlten zwei Zentimetern Vorteil für den Titelverteidiger Gauster vor dem neuen Meister, Roth, der bereits seit Most punktemäßig uneinholbar auf und davon war.

Das Verfolgerfeld führte nur am Samstag Ralph Schädel mit seinem 996-RS-Oldie als Drittplatzierter an, doch dahinter zeichnete sich bereits der starke Auftritt der beiden Gaststarter Jan Lauckner (Ducati 1199) und Tim Böhme (RSV 4) ab. Der Aprilia-Mann hatte am Samstag die Nase knapp vor der Lauckner-Duc und deutlich vor den Segelstangen der beiden besten KTM von Henning Schipper und Axel Knof, am Sonntag sah nur Lauckner Ziel und Treppchen – Böhme schaffte es nur bis Runde drei, die beiden KTM von Schipper und Knof dafür auf formidable Plätze 4 und 5, einmal mehr mit dem 990-David gegen den 1290-Goliath vorne.


Die dritte KTM im Bunde, die 1290 von Uwe Lutz, hatte derweilen das Vergnügen mit der Vierzylinderpower von Robert Kröhnkes V4-Ducati. Lutz erwies sich dabei als der konstantere von beiden: Robert legte mit seinem V4-Monster zwar die besseren Zeiten aufs Parkett, blieb aber im Ziel nur eine gute Sekunde vor seinem Big-Bang-Verfolger.

Mit Felix Teschens Aprilia saß Lutz ein weiterer Vierzylinder im Nacken, doch der konnte ihm nicht im Rennen, sondern nur in der Meisterschaft gefährlich werden – was er auch tat: Mit 5 Punkten Vorsprung sicherte sich der Rookie Platz 8 der Meisterschaft vor Uwe Lutz auf Platz 9. Die beiden KTN von Henning Schipper und Axel Knof sicherten sich hingegen die Plätze 3 und 4 hinter den beiden Aprilia-Meistern der Saison 2017 und 2018. Philipp Messer mit seiner RC8 hätte daraus ein orangenes Dreigestirn machen können, liess das Rennen aber nach einem Sturz im Training aus. Rang 5 und somit bestes Ducati-Ergebnis holte somit Robert Kröhnke, Ralph Schädel blieb nach unfreiwilliger Sommerpause nur Gesamtrang 7 – von der einstigen Ducati-Herrlichkeit ist in dieser Klasse nicht viel geblieben.


 

Ergebnisse

  ProThunderOpen, DDC
Lauf 1 race result
  laptimes
Lauf 2 race result
  laptimes
Punkte ProThunder Open


 


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Erster Sieg für Bosau

Bolle souverän Champion – Liedtkes heisser Atem – Soboths streetie top

Rache ist doch immer noch am süßesten, wenn sie kalt genossen wird – das muss sich Thorsten Bosau gedacht haben, als er am Sonntagmittag beim letzten Lauf der SuperTriples erstmals ganz oben auf dem Siegertreppchen stand. Am Vortag nämlich hatte er die Daytona weggeworfen und einen Nuller verzeichnet, als er zur Jagd auf die beiden Führenden, den bereits feststehenden Triumphator Christian Bolle und Kay Liedtke, blies.

Da machten die beiden den Sieg unter sich aus, und Bolle gewann einmal mehr mit weniger als einer Sekunde Vorsprung vor Liedtke – doch am Sonntag passte alles für Bosau, der die letzte Saison noch als bester Rookie abgeschlossen hatte.

Er nahm Bolle 12 Sekunden ab, dieser Liedtke sogar noch etwas mehr, so dass dieser noch um ein Haar von Jens Schmidt eingefangen worden wäre, der seiner Triumph zwar den Fehlerteufel ausgetrieben hatte, aber trotz Platz 3 am Samstag zu oft punktelos geblieben war, um noch das Spitzentrio gefährden zu können.

Wer weiss – hätte Bosau die Samstags-Punkte mitgenommen, vielleicht hätte er sich noch knapp Platz zwei in der Meisterschaft sichern können. So aber ging das Double bei den Triples wie im Vorjahr an die beiden Dauerkontrahenten Bolle und Liedtke, vor Bosau auf Rang drei und Michael Becker auf 4. Becker musste das Sonntag-Rennen auslassen, aber bereits der Samstag dürfte nicht nach seinem Geschmack gewesen sein: Da musste er nämlich seinem Dauerrivalen und besten streetie-Treiber Markus Soboth den Vortritt und Platz vier im Rennen überlassen – den in der Meisterschaft hatte er aber auch so sicher – mit nur einem Pünktchen Vorsprung.



Jochen Holstein machte die triple 6 klar – zwei sechste Plätze und noch Tabellenrang 6 dazu. Gaststarter Ralph Krüger war zwar herzlich willkommen, aber eindeutig aus der Übung, wie Platz 7 mit der streetie eindeutig belegte.


 



 

Ergebnisse

  SuperTriples
Lauf 1 race result
  laptimes
Lauf 2 race result
  laptimes
Punkte SuperTriples


 

 


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Schüpbach Sieger, Claussner Champion

Kurzes Aue-Gastspiel – Bruns verfehlt Vizetitel – und Sleipnir lebt doch!

Endlich mal wieder eine Moto Guzzi bei den SuperTwins! Holger Aue ging nach seinem Schleiz-Gastspiel erstmals wieder von aussichtsreicher Position ins Rennen, doch weiter als bis zur Halbzeit des ersten Rennens kam er nicht. Ungesunde Geräusche aus dem Innern des luftgekühlten V-Twins legten ihm nahe, die Boxengasse anzusteuern. Stattessen wurde es ein großer Tag für die schweizer Abordnung: Hausi Schüpbach fuhr in beiden Läufen auf der von Koni Raess unermüdlich gepäppelten KR2V in beiden Läufen zu einem grandiosen Sieg, was ihm Platz zwei der SuperTwins-Championship 2018 einbrachte.

Platz 1 hatte der Titelverteidiger bereits seit Most in der Tasche: Frank Claussner war mit der WEKA-Ducati die ganze Saison über von Sieg zu Sieg geeilt und musste nur beim Festival Italia Roger Bäntli den Vortritt aufs Siegertreppchen lassen. Da reichten ihm hier  locker zwei zweite Plätze, jeweils vor Christoph Dachselt mit der Daxmax-Ducati. Den dritten Platz der Meisterschaft belegte allerdings Mario Bruns mit seiner Tamburini Ad Maiora – um ein Haar hätte es sogar noch Platz zwei werden können – nur zwei Punkte trennen ihn in der Endabrechnung davon und Rivalen Schüpbach.



In zwei unauffälligen Rennen fuhr Armin Schmidt mit seinem „Sleipnir“ zweimal zu Platz 5, wobei als durchaus auffällig zu werten ist, dass nach einem defektdurchsetzten Saisonauftakt sein Zweiventiler hier zu sechsten Mal in Folge das Ziel sah. Lohn der Mühen: Platz 4 der Meisterschaft. Viele Wege führen eben zum Ziel.


 

Ergebnisse

  SuperTwins
Lauf 1 race result
  laptimes
Lauf 2 race result
  laptimes
Punkte SuperTwins


 

 


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Drama TT Open, letzter Akt: Cordes vorn

Warnke verpasst Lauf 1 – Basting sichert sich TT F2 – TT F1 an einsame TRX

Das Drama hatte bereits in Most seinen Lauf genommen, als SuperclassiX-Open Comebacker Andreas Warnke sich mitten im Titelkampf bei einem Sturz das Schlüsselbein brach. Er hielt das Rennen offen, indem er ganz behutsam und aus der Boxengasse startend mit getapten Knochen Schadensbegrenzung betrieb. Doch zum Start des vorletzten Laufes beim BIKEtoberfest sollte es noch ärger kommen: Die R1 verlor unter dem Druck des Starts ihr Kühlwasser in Fontänen, und zum Restart fehlte die grün-weisse Titelaspirantin dann ganz.

Während Gaststarter Sven Schiron mit seiner Fireblade das Rennen gewann und Mario Steffen mit seiner GSX-R 1000 voll punktete, holte sich Verfolger Heinz Cordes als Dritter noch ein fettes Stück vom Punktekuchen, und auch Titelverteidiger Hermann Kellner erkämpfte sich im Dreier-Tiefflug mit Stefan Solterbeck vor und Guido Wemhörner (beide GSX.R 1000) hinter sich noch wertvolle Zähler. Dass Schiron und Steffen am Sonntag erneut gewannen, ging dann fast völlig unter – denn mit Platz 3 sicherte sich Heinz Cordes noch in letzter Minute die fast schon verloren geglaubte TT Open-Krone, während Warnke sich Cordes um eine halbe Sekunde geschlagen geben musste und mit Platz vier vor Herrmann Kellner nur noch Tabellenplatz 2 vor diesem sichern konnte – und das auch nur um ein Pünktchen.. Mario Steffens voller Schluck aus der Punktepulle sicherte diesem noch Rang vier in der Tabelle und eine gute Ausgangsposition für die Saison 2019.



In der TTF2 hätte Jens Kindermann mit seiner ZX 6R noch in beiden Läufen voll punkten müssen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben. Im Samstagsrennen lag er auch in aussichtsreicher Position hinter Gero Basting, da verließen ihn Glück und Strasse und Hans Werner Bischoff übernahm seinen Platz auf dem Siegerpodest, während Basting voll punktete und Kindermann leer ausging. Revanche und Sieg für Kindermann in Lauf 2 kamen da bereits zu spät – Basting mit seiner R6 hatte den Titel verdient sicher. Claudio Räss schlug sich bei seinem Debut mit der 748 wacker und holte zwei dritte Plätze vor Rekonvaleszent Armin Schulschefski. Gar nicht das Ziel hingegen sah die 748 von Peter Westermajer, dessen Punktepolster immerhin für Tabellenrang 3 reichte vor Johnny Rasmussen, den es noch ärger traf: Die gegen die Honda eingetauschte Kawa versagte schlicht den Dienst – nächstes Jahr könnte wieder ein Honda-Jahr werden.


Immer wieder für einen Sieg gut sind Thomas Meier (ZXR 750) aus der Schweiz und Kim Raes Jensen (GSX-R 750) aus der Schweiz, wenn sie am Start der SuperclassiX TTF1 stehen. Das taten beide beim BIKEtoberfest, aber das Ziel sah nur Kim Raes Jensen in beiden Rennen – in Lauf 1 musste er sich Thomas Meier um 0,3 sec geschlagen geben, Lauf 2 gewann er locker vor Robin Weiterschau mit der Kawa ZXR 750, Vierter hinter Wilk Schmidts Aprilia Mille in Lauf 1. Der holte zusammen mit Mille-Kollegen Bernd Wetzel, Dritter in Lauf 2, auch das beste Zweizylinder-Ergebnis des Rennwochenendes. Denn Andreas Redlin mit der 996 kam nicht vorbei an Hilmar Kuhnts Yamaha TRX 850, der mit einem sechsten und einem vierten Platz den Masters-Titel in der TT F1 einfahren konnte.

Gut sortierten sich die Bikes des Aircooled Cup ein. Rene Frey auf der Suzuki und Andreas Baumgarten beharkten sich um den Sieg, wobei jeder jeweils einen und einen zweite Platz an seine Fahnen heften konnte, Conner Meyer brachte die einzige 900 SS auf Platz 3 ins Ziel.



 


 

Ergebnisse

  TT SuperclassiX, Aircooled Cup
Lauf 1 race result
  laptimes
Lauf 2 race result
  laptimes
Punkte SuperclassiX Open
Punkte SuperclassiX F1
Punkte SuperclassiX F2
Punkte Aircooled cup