Bericht Brünn  25. - 27. Juli 2014



Supertwins und TT SuperclassiX - ab geht die Post

Brno – turbulent nicht nur auf der Strecke...

Die Supertwins haben´s schon wieder getan: nach dem Lauf in Schleiz, in dem fünf Ballermänner auf einem Badetuch durchs Ziel fuhren, waren es diesmal nur drei –aber dafür auf einem Handtuch: Als Hans Passberger mit seiner Weka Ducati - mit Hans Schüpbach auf der KR2V vor Werner Hausner mit einer Zehntelsekunde Abstand im Nacken -den Sonntags-Lauf gewann, war das der knappste Sieg des Wochenendes. Es hätte vielleicht anders ausgesehen, wenn Daytona nicht seine Guzzilla mit Gehäuseriss hätte abstellen müssen. Dann wären es halt wieder 4 gewesen, oder 5, wenn Frankie Claussner sich beim Sturz nicht die hand lädiert hätte... Aber Technik-Pannen gehörten an diesem Weekend dazu: Im ersten Lauf hatten schon Hansi Schüpbach und Frank Claussnr das Ziel nicht gesehen, dafür hatte Daytona vor Passberger und Mario Bruns auf seiner Tamburini gewonnen. Auf die Tabelle darf man ebenso gespannt sein wie aufs BIKEtoberfest, wo dies eine der knappsten Entscheidungen werden dürfte.

Eine Überraschung gab´s in der classicBEARS. In diesem sparsam angereisten Feld punktete am Samstag Joachim Losbuhr mit seiner BMW voll vor Guzzista Stefan Nerge und Pantahtreiber Lars Lindenberg. Aber das da capo am Sonntag klappte nicht: Joachim warf die BMW weg und Stefan durfte sich über seinen ersten classicBEARS-Sieg freuen, vor Lars Lindenberg. Nicht besonders weit kam auch Andreas Heller: Der Reservemotor an seiner Kawa war echt nur Reserve und ging bereits im ersten Lauf ein, so dass Olaf Bock mit seiner GSX-R zwei CSBK-Siege vor André Hahn auf der Bol d´Or holen konnte. Und auch dem Schweizer ClassicSAM-Trio sollte es nicht anders ergehen: Rene Schmids VF500 ging als erste ein und sah nicht mal den Start in Lauf 1, so dass Rene Frey vor Pit Müller gewann, in Lauf 2 kam auch Pit Müller nicht weit, so dass René Frey allein in seiner Klasse blieb, sich aber immerhin mitten zwischen den classicBEARS ´rumtrieb.

Die Sieger der 18 Zoll-Klassen am Samstag: ClassicBEARS, classicSAM und Classic Superbike

Fulminanter Start: Superbikes und ProThunder, mit Malte als Bindeglied...

Es war aber auch heiss an diesem Rennwochende – für Mensch und Maschine. Immerhin gab´s zwei Güsse zwischendurch: Der am Freitagnachmittag reinigte die Strecke immerhin optimal, der am Samstagnachmittag machte den Superbike-Lauf so richtig turbulent, als er nach zwei Runden abgebrochen wurde und anstelle des geplanten Endurance „light“ auf frischgeduschtem Asphalt über die Brünnbühne ging - einem Kurs übrigens, der alle Anwesenden ziemlich glücklich machte. Zusammen mit der Pro Thunder gestartet, war das Feld mit über 40 Startern ziemlich eindrucksvoll – und das war auch der Fight an der Spitze zwischen den beiden „Talentfrei“-Teamkollegen Gerhard Eckhard und Jürgen Geyer auf ihren S1000RR. Ihre 2:08er-Zeiten waren nicht zu toppen an diesem Weekend (ausser durch Marko Nevkasil auf einer Moto2) , und während Gerhard um eine halbe Sekunde vor Jürgen duchs Ziel fuhr, lief Uwe Pollheide als Dritter und Bester der Art Motor-Stammfahrer ein. Jan Teichmann musste sich GuidoB ulletta und Nils Stellmacher beugen, Hafid Martens wurde Letzter, hatte aber dafür das Vergnügen, auf einer echten MGM-R1 zu racen, mit der er – da ohne Anlasser – aus der Boxengasse ins Rennen gehen musste. In Lauf 2 konnte Polli wenigstens Jürgen Geyer von Platz 2 verdrängen, gegen Gerhard Eckhardt hatte aber auch er nichts auszurichten, ebenso wenig wie Jan Teichmann gegen Nils Stellmacher.

In der SBK B waren die Gesichter eindeutig bekannter, wenn auch das von Sven Aßmus nach dem Samstag-Rennen so glücklich grinste wie noch nie, als er den SBK-B-Sieg gegen Dennis Blank herausfuhr. Kevin Baumann holte Rang drei – aber das nur knapp vor Andreas Müller, der einem tollen dritten Platz toll nahe war, aber nach dem Rennen ein böses Erlebnis hatte. Er konnte die Hand nicht vom Gas lösen, da der Handschuh sich verklemmt hatte. Ungebremst rauschte er durch die Boxengasse und prallte am deren Ende gegen die Mauer: Beinbruch, Krankenhaus, OP, Fixateur und eine Gabel im 90 Grad Winkel waren die Folgen eines Crashes, der echt noch ganz anders hätte ausgehen können. Gute Besserung, Andreas!

Bei den Supersportlern vollzog sich das Malheur schon auf der Anreise. Andreas Brandt legendärer, aber natürlich auch eher historischer Rennbus fand das alles viel zu heiss und blies so heftig durch die Kopfdichtung, dass mit allen Reparatur- und Wassernachfüllpausen die Brandt-Bande erst am Samstagnachnittag ankam – aber zu Hause! Ralf Eckert nützte die freie Bahn und fuhr allen Supersportlern auf und davon – einschließlich denen der Open-Wertung – nur der schwedische IDM-Supersportler aus der BiPro-Wertung war schneller unterwegs! So ging der B-Sieg in beiden Läufen an Ralf und Team Eckert vor Kai Kruner, in der Ssp Open siegte jeweils Tobias Grabowski vor Wolfgang Harbusch.

Sonntags-Sieger der Ssp-Klassen und ProBEARS, die zusammen rannten und sich gut vertrugen

Der junge Herr Galinski und die original-alte OW 01: TTF1- Siegergespann am Samstag

Für den war auch im Superclassix-Rennen nicht mehr drin: In Lauf 3 musste er sich sogar auf Platz 3 anstellen, nachdem Michael Galinski mit seiner OW 01 in Originaldesign so weit auf und davon gefahren war wie es ging – aber mehr als 5 Sekunden waren das auch nicht. Denn um die musste sich Martin Huber, Titelaspirant in der TTF1, mit seiner RC30 als Zweiter beugen, und Wolfgang Harbusch musste sogar um Platz 3 zittern, denn Frank Hoffmann passte Brünn gut und saß ihm aber gaaaanz dicht im Nacken. Daniel Groth komplettierte das RC30-Quartett auf Platz 5. In Lauf 2 überließ Michael Galinski die Serienstarter sich selbst und den Sieg damit Martin Huber vor Wolfgang Harbusch und Daniel Groth, der seine neue Lieb ezu Brünn gleich in einen dritten Platz vor Frank Hofmann umwandeln konnte.

In der TTF2 waren die Kräfte ziemlich gleich verteilt: In beiden Läufen hatten die CBR 600-Treiber alles bestens im Griff – allen voran Andy Junghans, gefolgt von Ralf Teller, Jens Halbig, der seiner CBR 900 gar nicht mehr nachtrauert, und Thomas Burchard, ebenso vom Team Wellbrock wie TT Open-Sieger Heinz Cordes auf CBR 900.

ProThunder-Titelaspirant (zum fünften Mal..?) Malte Siedenburg orientierte sich mehr an den Superbikes als an den Klassenkollegen und fuhr auf seinem Weg zum Doppelsieg abenteuerliche Zeiten. Dafür ging´s hinter ihm unterhaltsamer zu: Ulli Geier bekam insbesondere in Lauf 1 seinen zweiten Platz nicht geschenkt. Nur ganz knapp kontrollierte er ein ausser Rand und Band geratenes Trio aus einer Triumph und zwei Ducati hinter sich: Unter denen setzte sich ausgerechnet Kay Liedtke mit seiner 675er auf dem Powerkurs Brno gegen UIli Metzner und Armin Schmidt durch, der Fünfter wurde, aber so knapp an Rang 3 vorbeifuhr wie noch nie. Die Folgeplätze holten die beiden Millemänner Michael Lutz und Mattihas Scheel vor Lorenzo Grani, der nach seinem Trainingscrash eigentlich gar nicht mehr fahren wollte, aber dann sogar für Lauf 2 wieder am Start war und so die Action aus sicherer Distanz beobachtete: Diesmal war Ulli Geier sicherer Zweiter, aber Armin Schmidt war klar besser drauf al seine Vortages-Gegner und holte Rang 3, gaanz dicht gefolgt vor Uli Metzner, aber gaaanz deutlich vor Kay ;Liedtke. Michael Lutz und Lorenzo Grani konnten sich auch nicht verbessern – und Jörn Widderich schon gar nicht: Wegen austretender Bremsflüssigkeit stürzte er in Lauf 1, in Lauf 2 stellte er seine Lernfähigkeit eindrucksvoll mit zeitigen Anpeilen der Boxengasse, als es wieder anfing zu tropfen, unter Beweis.

Nach dem Rennen am Sonntag: Die Sieger der ProThunder und SBK B

Sommerfahrerlager in Brünn - fast so schön wie in Schleiz...

Die ProBEARS-Rennstory ist schnell erzählt: Dirk Mothes gab uns in beiden Läufen den Siedenburg. Für den Zweiten Volker Eikmeyer gab´s ausser einer GSX-R 750 aus der BiPro-Wertung wenig zu tun für Platz 2, und die Folgeränge holten sich Klaus Michalski auf seiner BMW vor Torsten Erxleben auf seiner Art Deko-748. Spannung dürfte in der ProBEARS, ganz offen gesagt, erst weder im nächsten Jahr aufkommen. Altmeister Mothes , ursprünglich eigentlich mal ein gar nicht mal so langsamer Crosser, erwägt, den Staffelstab der ProBEARS an einen Jüngeren weiterzugeben. Aber zum BIKEtoberfest bleibt er uns auf jeden Fall erhalten – was auch die Pirker Blechmusi freuen dürfte, zu deren Blechrock er immer am innigsten schwoft. – so wie er racet, eben. Und zum innigen racen ist das BIKEtoberfest ja wie geschaffen- nicht nur für Dirk Mothes...

Ergebnisse Brünn 25. - 27. Juli 2014
Superbike B + Open, Pro Thunder
Lauf 7 Lauf 8
Ssp B + Open, ProBEARS
Lauf 7 Lauf 8
Supertwins, Superclassix, Lauf 7, classicBEARS, cl.SBK, clSAM
Lauf 5 Lauf 6
Punktestände der Klassen:
SuperTwins
ProBEARS
Pro Thunder
Superbike B
Superbike Open
Supersport B
Supersport Open
TT SuperclassiX
Classic Superbikes
classicBEARS
classicSAM