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Königswellenklasse - powered by Vee Two Australia
Für eine aussterbende Spezies hatten sich die Königswellen-Ducs beim Festival recht zahlreich versammelt: Singles und Twins standen sich in zwei nahezu gleichgroßen Divsionen gegenüber und bildeten mit 30 Raritäten einen stattlichen Anblick - sowohl in der Quantität als auch in der Qualität. Wirklich: jedes Motorrad ein Sahnteilchen, eines Museums würdig - aber eben da wollen ihre Besitzer sie je gerade nicht haben. Es wäre aber auch zu früh, denn Taglionis Erbe geht noch immer deftig ab.
Und Paul Smarts Erben drehen damit noch richtig schnelle Runden. Unbeeindruckt durch einen Abflug im Training gaste Ralf Wobker bei den Twins gewohnt stark an, und auch wenn Olli Oltmann mit seiner frisch aufgebauten 900 SS fast den selben Speed vorlegen konnte, so hatte Wobker doch am Ende die Königswellennase vorn. Souverän sicherte sich Jörg Dreisörner den dritten Rang vor Wolfgang Bartlick und Rolf Hadeler, der sich in den Ergebnislisten erst noch nachtragen lassen muß: Der Hamburger Ducati-Händler hatte vor lauter Aufregung vergessen, den Transponder aufzustecken. Uwe Mengel muß sich daher mit Rang 6 bescheiden - in einem ansonsten nicht so glücklichen Wochenende.
Auf Platz 7 die erste- und einzige 750 SS im Feld. Hartmut Snoek gewinnt mit jedem Lebensjahr zumindest eine Sekunde hinzu und verwies die Speerspitrzen der Ducati Clubs Rhein-Ruhr und Cavallo (Stuttgart), auf ihren 900ern auf die Ränge 8 und 9 - vor dem Niederländer Enrico Albers, der sich als einer der wenigen NL-Piloten aus den Fängen des niederländischen Verbandes KNMV befreien konnte, der seinen lizenzierten Fahrern ähnliche Freizügigkeiten gewährt wie einst das DDR-Regime.
Auf den Plätzen 10 und 11 lieferten sich Daniel Schmitt und Peter Seeholzer (CH) ein Fotofinish, und Volker Hinzmann landete nur deswegen auf dem verflixten 13. Platz, weil Michael Berkhan mit seiner neu aufgebauten KöWe die dritte Runde nicht schaffte.
Wie die Kletten klebten die Singles zunächst im Spitzenpulk der Twins, doch Oschersleben ist weitläufig genug, um sich dies bald aussortieren zu lassen. Dennoch: aus der zweiten Reihe des Gesamtfeldes gestartet, ging Klemens Lambert das Tempo zahlreicher Twins mit. Ihm selbst konnte jedoch, nachdem Polesitter und bis dahin Leader Frankie Schüller auf der Fette-Mechanik 500er in Runde 7 ausgefallen war, niemand mehr gefährlich werden: Aglio-e-Olio-Clubkollege Manfred Netsch als Zweiter noch am ehesten, und dann kamen schon die Schweizer: Martin Reiter gab, was die 350er geben konnte und holte sich Rang 3 vor Landsmann Daniel Blanchard, seinerseits auf 450er. Georg Mayer und André Kower platzierten die nächsten 450er, und auf Rang 7 zeigte Paul Stanick, dass er mit Leichtgewichten ebenso umzugehen versteht wie mit schwerem Harley-Eisen.
Er bezwang mit seiner 350er Andreas Nienhagen mit seinem 450er Scrambler, ebenso wie dieser Stephan Petersen auf 450er.

Mit geborgter 350 erfuhr ein bedächtiger Hans-Peter Mevs, sonst auf HP-1-MH-Replica unterwegs, Rang 10, vor Peter Hochuli als Drittem im Schweizer Bunde. Der Beginn einer neuen Karriere, HP?


 















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