Bericht Festival ITALIA 11.-14. Juni- Pro Thunder



Start zum Unglückrennen: Heiko Eichhorn hat sich für die erste Reihe qualifiziert, schied aber nach dem Crash fürs Wochenende aus
Messers Revanche – Triumphs stark dabei

Beim Auftaktrennen in Schleiz hatte Toni Heiler mit der schwergewichtigen Duc Dickel-Moto Morini bereits für Aufsehen und einen Doppelsieg gesorgt. In  Oschersleben stellte der Kölner die exotische Italienerin erneut auf die Pole. Mit Gaststarter Hendryk Peuker stand ein erfahrener und schneller Gastpilot neben ihm und damit noch vor dem direkten Meisterschafts-Verfolger von Heiler, Philipp Messer (Team First Attack). Der Ducati-Pilot mußte in Schleiz zweimal in die fetten Morini-Auspufftöpfe schauen. Heiler, der im dritten Qualifying einen heftigen 180-km/h-Abflug nahezu unverletzt überstand, übernahm nach dem Start zum ersten Rennen am Samstag gleich die Führung. Mit schweren Folgen: In der zweiten Runde

löste sich am Morini-Triebwerk ein Kühlwasserschlauch. Während fast ein Dutzend dicht auffolgender Piloten am Ausgang der Hasseröder-Kurve auf dem Nass in die Wiese rutschten, riss das Wasser Heiler auf der folgenden Geraden von den Rädern. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und erst am Sonntag neu gestartet. Dennoch konnten einige Kontrahenten, wie zum Beispiel der Trainingsvierte Heiko Eichhorn oder der Achte Frank Behrje, nicht mehr an den Start gehen. Hendryk Peuker kam am schnellsten vom Start weg, doch dann übernahm Philipp Messer das Kommando. Gemeinsam mit dem angeschlagenen Toni Heiler brauste das Trio um den Börde-Kurs, wobei sich Messer zunehmend absetzen konnte. Peuker seinerseits legte einen Sicherheitsabstand von zwei Sekunden zu Heiler. „Wir haben in der Nacht sicherheitshalber den Serien-Motor eingebaut, damit hatte ich gut 15 PS weniger und
Toni Heiler auf der Moto Morini führt das Pro Thunder-Feld in die erste Kurve

Rasantes Quartett an der Spitze: Toni Heiler, Hendryk Peuker, Philipp Messer und Harald Evers

endgültig keine Chance zu kontern“, so Heiler. Hinter dem Trio folgten mit Harald Evers (Team ZAB-Zweiradtechnik) und Alexander Voigt (UIB-Racing-Team) zwei Triumph-Piloten. Iwer Gerdsen war auf Rang sechs bester Aprilia-Fahrer, Joachim Scholz (Team Pegasus-Racing), anfangs gut dabei, warf die blaue Buell bereits nach drei Runden in die Botanik. Jörn Widderich (Motomania Racing-Team) konnte seine runderneuerte Ducati 998 S immerhin auf Platz sieben ins Ziel bringen.
Im zweiten Heat am Nachmittag gewann Toni Heiler den Sprint zur ersten Kurve und legte damit die Basis für ein herrliches Rennduell mit Philipp Messer, dem Sieger aus Lauf eins. Messer überholte den Kölner auf den Geraden immer wieder mit seiner überlegenen Ducati-Power, animierte Heiler seinerseits zu extremen Superspätbrems-Manövern der feinsten Sorte. Neun von elf Runden konnte Heiler den First-Attack-Piloten hinter
sich halten, dann sorgte ein Überrundeter samt gelber Flagge für den Verlust des notwendigen Abstands, den Heiler für die Zielgerade brauchte. Messer nutzte die Chance eiskalt und fuhr so zum knappen Sieg. Hendryk Peuker hatte auf den zweiten Start verzichtet, sodass Harald Evers mit der ZAB-Triumph Daytona 675 zu Treppchen-Ehren kam. Jörn Widderichs toller vierter Platz im zweiten Lauf war Balsam für die Seele des Gruppencrash-geschundenen Ducati-Piloten. Frank Schumacher, im ersten Lauf noch unauffälliger 13., arbeitete sich auf der FS-Racing-Ducati 999 S in Heat zwei stark auf Position sieben vor. Direkt dahinter Michael Polenz, der von Startplatz 15 mit seiner KTM Superduke ebenfalls etliche Plätze gutmachen konnte. Philipp Messer übernimmt nach Oschersleben mit vier Punkten Vorsprung die Führung vor Toni Heiler. Der hat für den Lausitzring natürlich Revanche angekündigt, wird aber dort nur einen Lauf bestreiten könnten. Es bleibt also spannend im PRO Thunder-Championat.
Der schnelle Triple-Treiber Harald Evers schätzt den Abstand zu den Verfolgern Frank Heyden, Michael Polenz und Armin Schmidt ab


Volker Lorenzen auf der Mille hat ordentlich zu tun: Stefan Crantz, Andre Limbach, Rolf Kaben, Michael Lutz und Markus Strauss wollen vorbei.
 

 


Siegerehrung des zweiten Laufs vom Sonntag: Toni Heiler, Philipp Messer, Harald Evers, Jörn Widderich, Alexander Voigt, Iwer Gerdensen und Michael Polenz. Der siebplatzierte Frankie Schumacher, steht schon in der nächsten Startaufstellung