Bericht Festival ITALIA  27.-30.6. 2019



Pro Thunder

Was für ein heisses Festival!

Das war nicht nur das heisseste Rennwochenende des Jahres, sondern in der gesamten 22jährigen Geschichte des Festivals. Sicher trifft das zu auf die Temperaturen unter strahlend blauem Himmel, doch die Race action zumindest in den Läufen der Pro Thunder AllStars kamen zumindest nah dran – für Rennfans ein wohltuender Kontrast zu den Stilleben der Dutzende von Italo-Diven auf dem Besucherparkplatz im Paddock oder der fast schon Strand-Atmosphäre der Samstags-Siegerehrung in der abendsonnenbeschienenen Boxengasse im Anschluss an das gemeinsame Pasta-Buffet.

 

Vor allem im ersten Lauf der ProThunder am Samstag hingen die Trauben besonders hoch. Am besten dran kam da ein gewisser Philipp Messer, der eine 996 SPS an den Start rollte, so gut wie identisch mit der Duc, mit der er vor gefühlt 20 Jahren schon mal den Titel einfuhr. Er zog dem Verfolgerpulk nachhaltig davon, doch in diesem wurden die Messer gewetzt – 4 Piloten in einer Sekunde! Die schärfste Klinge führte am Ende Mike Schmiemann, der um eine halbe Sekunde vor den drei 959-Streithähnen Sebastian Fränzschky, Yves Kauz und Rolf Kaben das Ziel sah. Platz 6 und 7 belegten im Doppelpack die MV-800-Reiter Roman Wotocek und Christoph Dachselt mit seiner Aprilia RSV Mille  Nur ein Handtuch voneinander getrennt, sicherten sich 899-Treiber Frankie Schumacher und Werner Fehriung  die beiden letzten Top10-Plätze.




Pro Thunder

Pro Thunder

Am Sonntag blieb der Messersche Startplatz frei, und genauso frei war die Bahn für Maik Schmiemanns Sieg. Gegenwehr  leisteten allein Sebastian Fränzschky und Yves Kauz, die bis auf 2 Sekunden dranblieben. Den Pulk dahinter führten Rolf Kaben und Frank Schumacher an – vor Dachselt, Wotocek, Fehring, Claudio Räss, der sich ein paar Glückwünsche zum ersten Top 10-Ergebnis in der neuen Klasse redlich verdient hat und Familienurlauber Jonas Heinrich auf seiner alljährlichen Stippvisite in der ProThunder.

Auch bei den SuperTriples war der Fight am Samstag extra scharf. Christian Bolle und Kay Liedtke duellierten sich über die ganze Distanz, doch am Ende betrug der Bollesche Heimvorteil nur eine halbe Sekunde vor Liedtke. Der nahm am Sontag satte Revanche und Bolle 30 Sekunden ab. Keine Abwechslung hingegen gab es auf den Folgeplätzen. Jens Schmidt blieb ebenso bei seinem Podestplatz wie Markus Münz und Ralph Krüger auf den Positionen 4 und 5.


SuperTriples

SuperTwins

Nach Holger Aues Rückzug wegen verdächtiger Antriebsgeräusche an seiner Guzzi blieb das Rennen um den SuperTwins-Sieg eher eindimensional. Beide Siege gingen an Hausi Schüpbach auf der KR2V vor Andreas Knost mit der Ducati 1000 und Armin Schmidt mit Sleipnir, der mit einem zweiten Platz am Sonntag sogar seine Punkteführung in der Tabelle weiter ausbauen konnte.

Die Racer der ProThunder Open haben heuer einen schweren Stand gegen die Kollegen der Dutch Ducati Challenge, mit denen sie  bei den meisten Rennen gemeinsam antreten - wenn auch unter getrennter Wertung: Panigales und V4 geben hier den Ton an, wohingegen in der ProThunder Open die KTM Superduke 1290 R trotz „mangelnder Eignung“, eingestanden immerhin von der Speerspitze der orangenen Fraktion, Axel Sammet, derzeit zahlenmäßig überlegen ist.


ProThunder Open


ProThunder Open


Mit der Panigale-Übermacht an den Spitze des Feldes zu racen, blieb diesmal Sascha Roth vorbehalten, der allerdings schon am Ziel war, bevor er ankam. Nachdem seine brandneue V4 in Assen abfackelte und von vielen bereits abgeschrieben wurde, bauten er und sein 84er Team mit von überallher besorgten Ersatzteilen die Maschine wieder neu auf, so dass sie zum Festival ready to race war und Sascha mit der Spitze der Dutch Ducati Challenge racen konnte. Das gelang ihm ebenso eindrucksvoll wie die beiden PT Open-Siege, die ihm keiner streitig machen konnte – Axel Sammet gab zwar sein Bestes, aber die 1290er Duke nicht genügend her, so dass Sammet nach eindrucksvoller Fahrt sich um so mehr über zwei zweite Plätze freute.

 


Rang 3 ging an die deutschen Ducatista: In Lauf 1 an Ralph Schädel mit seiner betagten 998 RS, in Lauf 2 an Thomas Hofmann mit seiner neuen 1299, an die er sich nach seinem 1299-Debut in Assen so langsam zu gewöhnen scheint. Die beste RSV4 führte in beiden Läufen Frank Messerschmid jeweils auf Platz 4, vor den beiden Superdukern Uwe Lutz und Hans Georg Basner. Platz 7 ging in beiden Läufen an Mario Wozniak als bestem MV Treiber, deutlich vor MV Markenkollegen HG Blankenheim, der allerdings nur einmal das Ziel sah – immerhin einmal mehr als Marcel Blankenheim, der mit seiner Aprilia RSV  das Rennen gegen den Defektteufel auf ganzer Linie verlor.


ProThunder Open


Superclassix


Den Rennen der TT Superclassix drückte an diesem Wochenende Guido Wemhöner mit seiner GSX-R 1000 seinen Stempel auf. Mit einer halben Minute Vorsprung kontrollierte er Klasse und Feld wie nach Belieben. Ebenso deutlich hatte Mario Steffen, ebenso GSX-R 1000, das Verfolgerfed im Griff. Ralf Meyer (R1) und Stefan Solterbeck (GSX-R 1000) durften je einmal mit aufs Treppchen, Heinz Cordes blieb mit einem 4. und 5. Platz eher glück- und chancenlos.


Am umkämpftesten war jedoch die TT F2. CBR 600-Daniel Groth freute sich am Samstag über seinen ersten Sieg nach langer Zeit, doch R6-Benedikt Küster hätte ihn den um 0,096 Sekunden fast noch streitig gemacht. Hans-Werner Bischoff schaute dabei von Rang 3 aus zu, schlug am Sonntag dann selber zu und gewann vor Groth und Johnny Wagner-Rasmussen. Jens Kindermann mit der einzigen Kawa schaffte nur Platz 5 im ersten Lauf (vor Peter Westermajer), im zweiten Lauf warf ihn ein technischer Defekt, und Peter Westermajer ein Sturz, aus dem Rennen.

Eigentlich hätte beim Festival besonders die TT F1 zweizylindergespickt sein müssen, doch Andreas Redlin hatte wenig Gegenwehr bei der Fahrt zu seinen beiden Siegen – nur Johannes Bracher folgte ihm am Samstag trotz Technikproblemen zu Platz 2,  am Sonntag schied er mit der einzigen VTR 1000 am Start noch kurz vor dem Ziel aus.


Superclassix

  ProThunderOpen/DDC ProThunder/SuperTriples/Twins TT SuperClassiX
Lauf 1 race result race result race result
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Lauf 2 race result race result race result
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Punkte ProThunder SuperTriples TT SuperclassiX
  ProThunder Open SuperTwins -