Bericht Classic Endurance 20.-24. Mai 2009 |
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Die Letzten sollten die Ersten sein
Da capo-Sieg für PS-Weigel-JBS-Team – TR1-Liga stark – Sekundenfinish bei den Fours
Erster Gewinn, Katzengewinn – das ist der Kniff beim Langstreckenrennen. Denn die Loser des Starts standen am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen. Aber der Reihe nach. Es begann in der Aufstellung zum Le Mans-Start. Die TR 1 von Josef Koch, zum ersten Mal dabei, spotzte, ging aus, und ließ sich auch durch Anschieben nicht zum Leben erwecken – erst in der Boxengasse klappte es, Koch hechtete dem Feld hinterher. Als dann die Flagge zum Start fiel, katapultierten sich 41 Bikes hochdiszipliniert und mindest ebenso eindrucksvoll in die erste Runde. 41? Nein, 40 – |
denn ausgerechnet die Ducati 900 der Polesitter Jörg Beisel und Erik Madsen streikte und musste dem Feld hinterher angeschoben werden.
In Führung ging zunächst dennoch eine TR 1, die von Hartmut Fiedler und Ralf Olbrich, dicht gefolgt vom schnellen wie langstreckenerprobten Laverda-Team mit Frank Heyne und Uwe Ehninger. Doch bald schon mischte sich Niels Paulsen auf der ACR-Kawa ein und ging sogar kurzzeitig in Führung vor dem HF-Racing-TR1-Team. Doch schon nahte von hinten der nächste Vierzylinder. Thomas Tippelt, Erbauer der Sieger-Katana von 2008, hatte eine bildschöne Suzuki GS 1000 im vollen Classic Endurance-Trimm aufgebaut, mit der Ralf Lammers nun an die Spitze stürmte. Da blieb er immerhin länger als jeder andere |
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| zuvor, geschlagene sechs Runden lang, bevor Ralf Lammers an den nach Thomas´ Trainingssturz frisch aus Berlin eingeflogenen Frankie Niedermayer übergab. Das war in Runde zehn, und nicht länger als diese zehn Runden hatte das PS-Weigel-JBS-Endurance-Team nach dem missratenen Start gebraucht, um sich an die Spitze vorzupfeilen.Da sollten sich auch für die Dauer des Rennens bleiben – doch eine Spazierfahrt war das nicht, |

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denn erst zu Rennende wuchs der Vorsprung auf mehr als eine Runde, oft genug lag das Ducati 900 SS-Team mit dem jeweils Zweitplatzierten in einer Runde. Und der Fight um die beste Verfolgerposition sollte sich höchst abwechslungsreich gestalten.
Zunächst lagen das Classic Laverda-Team und HF Racing in stetem Clinch, dann konnten Holger Fliesbach und Thomas Eschenbach Rang zwei erobern. Als Thomas stürzte, ging die Position über auf das flotte ACR-Team von Jörg Dreisörner auf der Königswelle und Reinhard Korfmacher auf Guzzi. Doch bis zur Halbzeit hatte es auch das „Japanese Vincent Team“, Josef Koch und Guido Hufschmied auf ihren TR 1, geschafft, durchs Feld nach vorne zu schwimmen und bildeten mit Classic Laverda |
und HF ein flottes Verfolger-Trio, das sich je nach aktueller Fahrerbesetzung gelegentlich zurückrundete.
Das war definitiv Thrill an der Spitze, doch auch in den Klassen gab es keinen wirklichen Moment Ruhe –am ehesten noch bei den Neo Classix, bei denen Beisel/Madsen die Kontrolle hatten und sich stetig absetzten vom zweitplatzierten Team mit Jutta Schlier und Claus Rasch, das aus seinen natürlichen Grenzen das Beste machte: Jutta fuhr auf ihrer 18 Zoll-Pantah, Claus mit der erheblich schärferen 984 SS. Rang drei holte sich das 900 SS-Gespann aus Michael Sohns und Enno Berk, die erst in der Woche vor dem Rennen zusammengespannt hatten.
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Auch das Rennen in der Vintage-Division gestaltete sich noch recht überschaubar. Udo Orths und Frank Weibgen münzten ihren Hubraumvorsprung gnadenlos um in einen souveränen Klassensieg, doch die Fraktion der hubraumschwächeren Morini und Ducati hielt sich lange Zeit geschlossen im Rundenbereich. Das Team Löwe Morini Racing setzte sich am Ende mit zwei Runden Vorsprung gegen Tabu la Rasa (mit der einzigen Vintage-Duc) und Morini Spezial durch, die dabei alle miteinander keinesfalls die rote Laterne hielten.
Freiwillig den Rücken gekehrt hatte das blue Rotary Team mit der Hercules Wankel der Vintage-Division, stattdessen traten sie in der ClassiX-Division an. HH Duensing und Ralph Schelle sahen hier die Sonne jedoch nicht im |
Ansatz und waren nach der Hälfte des Rennens überdies die Pechvögel des Tages. Ralph hatte sich einen schleichenden Plattfuß eingefangen und dabei den schmalen 18 Zoll-Vorderreifen soweit aufgerieben, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. Ersatz war nirgends aufzutreiben – einen 90er hatte keiner dabei, und ein 110er passte nicht in die Hercules-Gabel. Um ein Haar wäre die Pechvogel-Trophäe an das T5 net Team Orange Triple-Team gegangen, als Torsten Beck seine Trident in Runde 7 crashte. Bis er wieder an der Box war und Klaus Müller mit seinerm Triple übernehmen konnte, lag das Team am Ende des Feldes. Doch der Schaden war schnell gerichtet: Langsam aber stetig arbeiteten sich die Brit Bike Fans vor bis auf Platz 3 der ClassiX-Division. Die hatte freilich das |

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“rubberbisquits“-SR500-Team im Griff: Thomas Wyss und Paul Strugalla siegten mit drei Runden Vorsprung vor dem Last Supper-Team von Simon Kielhöher und Tobias Getz, ebenfalls auf SR 500.
Am engsten ging es zu bei den Big Four. Mehr als die Hälfte der Renndistanz führten Lammers/Niedermayer auf der GS 1000 von TT-Racing. Doch der frische Motor an dem neuen Bike war irgendwann nicht mehr frisch, begann zu rauchen und rollte nach 3 Stunden aus. Das machte den Weg frei für die beiden nachfolgendenTeams, „Black forest“ mit Christian Ganther und Bruno Arzner auf Bakker-Honda und „Bockwork Orange“, Strobel/Lins auf Kawa 1100 und Moto Guzzi. Erst im Ziel hatten die Schwarzwälder die Nase vorn – um |
kaum mehr als 2 Sekunden. Das Trainingsschnellste Big Four-Team mit Andreas Heller (GPz 1100)und Christian Flechtner (Krauser-BMW) kam mit sechs Runden Rückstand auf Platz 3 vor Helmuth Wüst (Pantah) und Fredi Stein (Bakker-Kawa) und Mike Schabel/Katharina Hörath mit ihrer Bol d´Or auf Platz 5.
Das größte Feld stellten die Big Classix, in der allein 13 Teams auf die Reise gingen. Und hier war eindeutig TR 1-Land. Koch/Hufschmied gaben bei ihrer Aufholjagd durch das komplette Feld den Ton an, und Fiedler/Olbrich hätten beinahe für ein TR1-Doppel gesorgt, wenn nicht Ralf Olbrich seine TR 1 eingangs Start/Ziel weggeschmissen und wertvolle Zeit verloren hätte, als er den Transponder zum Wechsel in |

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eindrucksvollem Sprint zur Box brachte. Korfmacher/Dreisörner profitierten und schoben sich ins TR1-Sandwich auf Platz 2. Ganz sicher hätte in diesem Sandwich auch das Classic-Laverda-Team Platz gefunden, wenn nicht die Zündung an Frank Heynes Dreizylinder schlappgemacht hätte – so sprang nur Rang 7 bei den ClassiX heraus- und das zweitbeste Laverda-Ergebnis, denn Mathias Bothe und Andreas Wagner-Wischhoff (dieser auf Pantah 500) zogen komplikationslos und gut gelaunt ihre Runden und finishten als Vierte vor „capelli belli“, Manfred Sieg und Eckhart Struck (BMW/Guzzi) und der spontanen Guzzi-Triumph-Assoziation, Frank Schreiner und Patrick Gleim, die Glück im Unglück hatten: Das Unglück war, dass die Batterie an der Gleim-Guzzi definitiv keinen Zündfunken mehr lieferte, das Glück jedoch, dass Patrick mit Ach und Krach zum Wechsel an die Box paddeln konnte.
Nur drei von 43 Teams sahen das Ziel nicht – trotz des durchgängig hohen Speeds, der bei dieser achten Auflage gefahren wurde. Fahrerischer wie mechanischer Standard beeindruckten mehr denn je, und im goldenen Abendlicht zur Siegerehrung in der Boxengasse waren die versammelten Mannschaften wohlig müde wie nach einem schnellen Squash-Marathon. Dennoch machte der Wunsch nach einer längeren Distanz die Runde. Ein Schritt, der mehr Spitzen- und weniger Breitensport bedeuten würde. Substanz wie Herausforderung sind da, doch ein Blick in die Runde des Jahres 2009 zeigt, dass die Felder der elitären Langstreckenwettbewerbe ausdünnen. Sieht so aus, als wollten gar nicht so viele der Harten in den Garten… |
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