Bericht Most  21.- 23. Mai 2015




Racing-Frühling in Most –
gelungener Auftakt mit ersten Trends

Bei Top-Bedingungen starteten Sportbike Masters und Sportbike ClassiX im 1. Teil des Pfingstwochendes in Most die neue Saison – gemessen daran, dass es schon fast mitten in der Woche losging, sogar ganz schön ordentlich - wenn auch mit unterschiedlich vollzählig besetzten Klassen. Fürs erste hinter den Erwartungen blieben die classicBEARS, deren Stammfahrer zusehends Gefallen an der classicSAM zu finden scheinen, die TT SuperclassiX sah insbesondere aus dem Twinlager neue Gesichter, SBK B und Open waren zwar gering an der Zahl, hatten aber mit ihren DRC-Kollegen eine unterhaltsame Zeit, und alle Thunderklassen zusammen versammelten sich zu einem für den Saisonanfang sehr respektablen und vitalen ProThunder Allstars-Feld.

Erwartungsgemäß gab die neue ProThunder Open im Allstars-Feld den Ton an. Im munteren Infight zog die Spitze mit Luca und Axel Sammet auf ihren Superdukes im Clinch mit Tom Dick auf der RSV 4 Tuono davon und belegten in beiden Läufen die Plätze 1 bis 3, in der KTM-V2-Wertung komplettiert von Markus Soboth. Weil die Ducati Fraktion noch nicht so stark vertreten war, gingen beide ProThunder-Siege an Kay Liedtke auf dem Triumph Daytona-Hubraumwinzling Daytona 675, auf Platz 3 wechselten sich Yves Kauz auf der neuen MV Brutale 800 und PT-Newcomer Jonas Heinrich ab.



Die Supertwins war fest im Griff des Titelverteidigers. Hans Paßberger mischte vorneweg munter mit den Großen mit und konnte sich in beiden Läufen Hans Schüpbach und Frank Claussner vom Leibe halten. Nicht ganz mit kamen da die ProBEARS. Frank Schumacher trieb die 748 besonders beherzt zum Sieg in beiden Läufen, bequem im ersten Lauf, im zweiten getrieben vom Zweiten Tommy Rings auf street Triple. Platz 3 holte in Lauf 2 Hilmar Kuhnt, dessen TRX diesmal am Start nicht leckte und so vorbeigehen konnte am Dritten des 1. Laufs, Volker Eickmeyer auf streetie-Triple.

Ganz schön italienisch ging´s auch zu bei den Supersportlern: In der Ssp Open mischen nunmehr zwei MV Agusta F 3 mit. Favorit und erwartungsgemäß Sieger dabei war Manou Antweiler auf der Motorrad-Scheunpflug F3, in beiden Läufen sicher vor Maurice Evans, dieser wiederum knapp vor MV Agusta-Nils Lohrig. Die Supersport B holte Titelverteidiger Ralf Eckert vor Neuzugang Ralf Weickhardt, das Rundenzeiten-Fernduell Eckert – Antweiler ging übrigens 1:1 aus.





Die Superbike-Siege holten sich zwei Neuzugänge  - mit unterschiedlichem Hintergrund: SBK Open-Sieger Marc Pörsch kommt sosehr aus der Langstrecke, dass er sich erst mal das Sprint-Startprozedere erklären lassen musste; SBK-B- Sieger Dennis Tenzers kennt mehr Trainings als Rennen , hatte den Start aber immerhin schon einmal auf dem Spreewaldring geübt. Beide machten das Beste aus ihren Vorkenntnissen und  siegten mit sattem Vorsprung: Dennis gewann beide B-Läufe vor Thomas Sascha Hofmann auf der 750er Gixxer; Markus Kress, Dritter in Lauf 1, musst sich in Lauf 2 Peter Ackermann beugen, den es zuvor aus dem Rennen gekegelt hatte. Da war er mit Hafid Mertins aneinandergeraten, der sich in beiden Open-Läufen hinter BMW-Reiter Marc Pörsch und Gixxertreiber Tuncay Bür anstellen musste.

ClassiX und SuperclassiX teilten sich die Strecke so einmütig wie beim 4 Stunden-Langstreckenrennen im April. Die Überzahl gehörte dabei eindeutig den 17Zöllern, und bei den 18Zöllern ließ die classicSAM schon mal ihr Potential aufblitzen. Mehr Fahrer als erwartet haben doch noch ´ne 750er Duc; und solche machten es den bislang dominierenden Japanern schwer. Harald Müllersiegte zweimal klar vor Pantah-Kollege Lars Lindenberg. Sascha Pfautsch (MG 750) war in beiden Rennen Drittschnellster, beim ersten Start aber leider Schnellster und zu schnell, was ihm 20 Sekunden und Thomas Tippelt auf der bandneuen VH Suzuki GSX 750 Platz 3 einbrachte. Die vintageBEARS holte Falk Wolf im Alleingang, und die classicBEARS jeweils derjenige mit der überlebenden Technik: Rainer Seidel auf der TR1 im ersten, Andreas Wagner Wischhoff auf der Pantah im zweiten Lauf. Auch Classic Superbiker Andreas Heller gewann ohne Gegenwehr – die holte er sich dafür in den IG-CSBK-Rennen.



Spannend und interessant die TT SuperclassiX im neuen Format: ProBEARS-Sieger Frankie Schumacher wollte mal in der F2 reinschnuppern, ProBEARS-Dauersieger Dirk Mothes mit der TTF1 ein neues Feld ausprobieren – beide auf 748: mit 749 cm3 der eine, über 800 cm3 der andere. Beide katapultierten sich gleich an die Spitze: Frankie Schumacher hielt sich die Hondas unterschiedlich gut vom Leibe: Lauf 2 beendete er noch deutlich vor Wolfgang Harbusch und Hans Werner Bischoff, doch in Lauf 2 kam das Bremer Wellbrock-Honda-Gespann schon näher dran, diesmal jedoch Bischoff vor Harbusch. In der TT F1 waren die Abstände da schon kleiner. Siegte Mothes vor Kawa-Fahrer Andrik Wambsganß noch in Lauf 1 um eine halbe Sekunde, so hatte Wambsganß in Lauf 2 die grüne Nase um 6.5 sec weiter vorne und punktete voll. Das Logen-Ticket hatte dabei Rolf Kaben, Dritter in beiden Rennen auf der Aprilia Mille und bis sin die Haarspitzen motiviert, weil die brandneue RSV4 für die PT Open es nicht mal bis ins Quali geschafft hatte.

SuperclassiX-Überflieger war jedoch Andreas Warnke, der mit seiner ZXR 980 zwar die TT F1 vor Bernd Lochte gewann, aber den Schnellsten der kleineren TT-Klassen nicht so souverän davonzog wie erwartet. Ob da Reserven schlummern, wird sich bald weisen – beim FestivalITALIA in einem Monat, wo sich so einiges schon in anderem Licht präsentieren dürfte.



  Ergebnisse

 
Pro Thunder All Stars
Lauf 1 Lauf 2
Superbike B / Open
Lauf 1 Lauf 2
Supersport B / Open
Lauf 1
ClassiX & SuperclassiX
Lauf 1

 

Fotos vom Event:

- in Kürze hier-