Bericht Most  12.- 15. Mai 2016




The Most Fun –
aber jetzt geht´s erst richtig los

Die Masters & ClassiX gaben schon einen ersten Vorgeschmack, weiter geht's schon in 10 Tagen

Zwei Events in zwei Wochen, das war wohl ein bisschen viel für den Saisonauftakt der Sportbike Masters und ClassiX in Most. Die German TT in zehn Tagen auf dem Schleizer Dreieck warf auf jeden Fall in Form von Fernbleibern ihre Schatten voraus, so dass das Most Weekend nur der Vor-Auftakt war – erst in Schleiz wird die Art Motor-Saison Fahrt aufnehmen. Aber trotz der Lücken war´s ein geballter Racing-Auftakt in einem coolen wie prallen Renn-Event – und unnötig zu sagen, dass die insbesondere für die Pro Thunder All Stars und die  Golden Age ClassiX galt.

Schon nach dem Training zeichnete sich ab, dass die Pro Thunder-Karten neu gemischt werden: Jonas Heinrich mit der 999 stand auf Pole und startete raketenmäßig. Stephan Lange auf der ersten 959 im Feld und Hans Paßberger auf der erstmals eingesetzten WEKA 998 konnten da nur mit offenen Mündern atemlos hinterherhechten und nach und nach näherkommen – zum Vorbeikommen reichte es nicht, und Jonas war mordshappy über seinen ersten Sieg.  Stefan Lange hingegen war schon etwas enttäuscht, nicht mehr drangekommen zu sein, aber dafür strahlte Hans Passberger um so glücklicher, dass die 998 trotz Wasserleaks bei ihrer Premiere durchgehalten hatte.

Im Schlepptau der großen Twins: Die Triple-Liga, angeführt von Titelverteidiger Kay Liedtke auf der 675, gefolgt von Yves Kauz auf der MV 800 und Jens Schmidt, ebenfalls auf Daytona. Auf Platz 7 bezwang Hennig Schipper auf der 990 Superduke SD-Kollegen Matthias Geidel. Michael Lutz auf der Rotax RSV rangelte mit Detlev Horst um Platz 9 und 10, doch Horst kassierte 20 sec für Jump Start und musste sich mit Platz 12 hinter Michael Becker (675) und Matze Scheel auf hustender RSV Mille begnügen.



Um ein halbes Lichtjahr schneller pflügten die ProThunder Open um den Kurs: Allen voran Philipp Messer auf der RC 8. Axel Sammet auf der SD 1290 konnte auf der Segelstangen SD 1290 da nur mit Mühe den Windschatten halten und so nicht genügend Druck ausüben, um Messer in einen Fehler zu treiben.  Messer vor Sammet lautete daher die Reihenfolge im Ziel, gefolgt von SD 1290-Kollegen Karsten Hoffmann und Uwe Lutz.  In Lauf  2 zog Messer nur noch deutlicher davon – und so lautete die Reihenfolge im Ziel erneut: Messer vor Sammet vor Hoffmann und Lutz. KTM Matchplay also, wird mal Zeit für ein paar bissige RSV4 und SuperPanis!

Pani-Time war auf jeden Fall in Lauf 2 der Pro Thunder. Stefan Lange (Motorradmeisterei 959) war diesmal fest entschlossen, Jonas Heinrichs Kupplung um so weniger. Der Sieger des ersten Laufs musste bald einsehen, dass es mit rutschendem Kraftschluss keinen Zweck hatte und rollte in die Boxengasse. Damit war der Weg frei für Stephan Langes Sieg vor Hans Passberger und Yves Kauz, die sich somit beide gegenüber Lauf 1 verbessern konnten.

Um ein Haar wäre das auch Kay Liedtke gelungen - er lief im Windschatten der Kauzschen MV auf Platz 4 ins Ziel ein, mit klarem Abstand vor Jens Schmidt und Tommy Hofmann, der diesmal beide Fussrasten zur Verfügung hatte und daher im Ziel mit Platz 6 schon (ein kleines bisschen) zufriedener war.

Die beste KTM brachte diesmal Henning Schipper ins Ziel – auf Platz 7 vor Michael Becker auf der Daytona 675, Michael Lutz auf der besten RSV Mille als Achtplatziertem, Matthias Geidel auf Superduke und Matthias Scheel auf der unverändert kränkelnden Mille.

Nicht besser als Jonas Heinrich erging es Frankie Schumacher auf der Duc Dickel 748 in der ProBEAES: Im ersten auf mit Rundenabstand vor Hilmar Kuhnt (Yamaha TRX) und Torsten Erxleben (748) noch unangefochtener Sieger, so musste er in Lauf 2 schon vor dem Start die Segel streichen: Getriebedefekt. Hilmar Kuhnt ließ sich da nicht lange bitten und übernahm den Sieg mit Kusshand, gefolgt vor Torsten Erxleben und Daniel Wieners auf seiner streetie-Neuerwerbung.



Der erste Sieg bei den Supertwins schien fast das ganze erste Rennen lang an Frankie Claussner auf der WEKA-Duc zu gehe.n Doch der schlecht gestartete Hans Schüpbach robbte sich kontunuierlich näher dran und übernahm kurz vor Schluss noch Führung und Sieg vor Clausner und Mario Bruns auf der Tamburini als Drittem. In Lauf 2 waren Schüpbach und seine KR2V von Anfang an hellwach und siegten mit 20 sec Vorsprung vor Franki Claussner. Mario Brnus gehörte Rang 3, und Armin Schmid war froh, mit Sleipnir nach dem Ausfall im ersten Lauf diesmal das Ziel gesehen zu haben.

Mit arg Luft nach oben präsentierten sich die  Golden Age ClassiX by Art Motor.  Doch immerhin machten die knapp besetzten Felder schon mal Lust auf mehr Action, wie sie schon in Kürze in Schleiz zu sehen sein wird. Aber für die fetteste Action sorgte diesmal ein Wolkenbruch eine Stunde vor dem Start zum letzten Renn des Tages am Sonntagabend: Während die anderen Klassen des Events sich teilweise abschrecken liessen, rannten die Art Motor

Alteisentreiber unterm Regenbogen bei fast schon wieder optimalen Bedingungen (von der April-Kälte im Mai mal abgesehen).

Für ordentlich hochgezogene Augenbrauen sorgte insbesondere die Schweizerbande des SwissEvoTeams, die zwar seit Anbeginn in der classicSAM mitmischen, aber im letzten Jahr sich ein wenig den Schneid und Titel abnehmen liessen. Doch über den Winter haben die VF 500 ordentlich abgespeckt und die Herren nicht minder ordentlich trainiert. René Schmid gelang jedenfalls im ersten Lauf am Sonntag ein erster Überrschungssieg vor Titelverteidiger Thomas Tippelt auf seiner VH Suzuki 750, Pit Müller, René Fey und Susanne Paulsen bei ihrem ersten Rennen mit der brandneuen Kawasaki Z650.  Und bei den Mischbedingungen in Lauf 2 setzte es sogar einen Doppelsieg der Schweizer: René Schmid gewann erneut, wenn auch nur knapp vor René Frey und Susanne Pausen als strahlender Dritter. Pit Müller und Thomas Tippelt trauten dem halbnassen Asphalt nicht so recht und mussten sich so mit den Plätzen 4 und 5 begnügen.



Bei den classicBEARS gewann die Erfahrung (und der Mandello-Adler): Karl Robert Boos münzte seine Erfahrungen vom Classic Bol ´Or und aus seinem 18 Zoll-Sieg beim classicEndurance in Oschersleben und holte in Lauf 1 mit einer satten Runde Vorsprung den Sieg vor den Guzzi-Kollegen Andreas Baumgarten, Stefan Nerge und Arend Hegeler, Lars Lindenberg schaffte trotz rappelig klingender TT750 Platz 5 vor Rainer Seidel auf der TR1. Im zweiten Lauf bekam Boos ordentlich Sperrfeuer – ausgerechnet von seinem Langstrecken-Teamkollegen Stefan Nerge auf seiner Guzzi: Die beiden lagen im Ziel keine Sekunde auseinander, und auch Andreas Baumgarten saß den beiden gaaanz knapp auf den Fersen und musste sich um nur eine Viertelsekunde mit Platz 3 bescheiden. Da darf man auf die Fortsetzung in Schleiz gespannt sein!

Noch gar nicht so recht in Form zeigte sich die SuperclassiX: Andreas Warnke und Thomas Meier fuhren zwar auf der Strecke gegeneinander, in ihren Klassen - TT Open und TTF1 - jedoch ohne rechte Gegenwehr. Nur in der TTF2 gab´s immerhin  einen Dreikampf, den allerdings in beiden Läufen Niels Paulsen auf der CBR 600 für sich entschied. Die zweiten Plätze gingen an CBR-Kollegen Daniel Richter und Henning Lohte auf Suzuki GSX 600.

In den Vierzylinderklassen sicherten sich Maurice „Reese“ Evans auf der Scheunpflug-MV 675 in der SSP Open, Sven Aßmus auf der GSX-R 1000 in der Superbike B und Piet Schmidt (ebenfalls GSX-R 1000) in der SBK Open die Maximalpunktzahl – gewannen aber auch wertvolle Erfahrungen, die sie schon in zwei Wochen bei der Germann TT gut gebrauchen können.



 

 
   Ergebnisse

 
Pro Thunder All Stars
Lauf 1 gesamt Lauf 2 gesamt
  nach Klassen   nach Klassen
 
ClassiX & SuperclassiX
Lauf 1 gesamt Lauf 2 gesamt
  nach Klassen